Stand: 25.02.2019 14:20 Uhr  | Archiv

Osteomalazie: Wenn Knochen weich werden

Blutproben © fotolia Foto: Henrik  Dolle
Ein niedriger Phosphatspiegel im Blut kann ein Hinweis auf Knochenerweichung sein.

Auf eine Knochenerweichung können Schmerzen bei Belastung und bestimmte Blutwerte hindeuten. Im Blut gilt ein Mangel an Phosphat als ein möglicher Hinweis auf einen gestörten Knochenstoffwechsel. Ist zu wenig Phosphat im Blut, kommt es zu einer Knochenerweichung: Bei der sogenannten Osteomalazie werden die Knochen instabil und brechen schließlich. Tritt die Knochenerweichung infolge eines Tumors auf, sprechen Ärzte von einer onkogenen Osteomalazie.

Phosphat-Mangel macht Knochen weich

Phosphat spielt eine entscheidende Rolle im Knochenstoffwechsel. Gemeinsam mit Kalzium wird es im Knochen eingelagert und sorgt für dessen Festigkeit. Auslöser für eine Knochenerweichung ist ein erhöhter Wert des Botenstoffs FGF23: Er sorgt in der Niere dafür, dass Phosphat ausgeschieden wird. Bei zu viel FGF23 im Blut verliert der Körper ständig Phosphat - ein Mangel entsteht.

Ursache eines erhöhten FGF23-Wertes ist in den meisten Fällen ein Tumor, der den Botenstoff ausschüttet. Über Blutentnahmen aus verschiedenen Venen können Ärzte messen, wo im Körper besonders viel FGF23 produziert wird - und so den Tumor finden. Nach einer Entfernung des Tumors normalisiert sich der Phosphatspiegel in der Regel schnell wieder.

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Visite | 26.02.2019 | 20:15 Uhr

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