Stand: 04.06.2018 17:07 Uhr

Omega-3-Fettsäuren: Das "gute" Fett

Bild vergrößern
Omega-3-Fettsäuren sind vor allem in Fischölen enthalten.

Wir vermeiden Fett, wo es nur geht, weil es uns dick machen soll. Doch in unserer Nahrung ist ein Fett enthalten, von dem wir zu wenig essen: Omega-3-Fettsäuren. Sie gehören zu den als gesund geltenden ungesättigten Fettsäuren (Bestandteile der Fette), die der Körper nicht selbst herstellen kann. Omega-3-Fettsäuren wirken unter anderem entzündungshemmend und sollen etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, bei Depressionen helfen sowie Alzheimer vorbeugen. Der Stoff ist als Fischöl vor allem in fettem Seefisch wie Hering, Makrele oder Lachs enthalten. In kleineren Mengen gibt es ihn auch in Fleisch und Eiern.

Auch Pflanzen liefern Omega-3

Mehr zum Thema

Die wichtigsten Speiseöle

Was unterscheidet Oliven- und Sonnenblumenöl, was ist das Besondere an Kürbiskernöl, welche gesundheitlichen Vorzüge hat Leinöl? Einen Überblick gibt das Zutatenlexikon. mehr

Auch in pflanzlicher Nahrung stecken Omega-3-Fettsäuren: etwa in Brokkoli, Walnüssen und verschiedene Ölen. Raps- und Olivenöl beispielsweise enthalten geringe Mengen des Stoffes, Sonnenblumen- und Sojaöl so gut wie gar nichts. Pflanzlicher Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren ist Leinöl. Vor hundert Jahren war es nahezu das einzige Öl in Deutschland und der Hauptlieferant für Omega-3-Fettsäuren. Dann wurde der Lein fast vergessen. Erst in letzter Zeit wird die Pflanze, die auch als Flachs (Lieferant für Leinen) bekannt ist, wieder vermehrt angebaut.

Aus den Samen des Leins wird unter anderem Speiseöl gepresst. Leinöl ist sehr lichtempfindlich und wird leicht ranzig. Es sollte daher frisch verwendet und nicht erhitzt werden, damit die Omega-3-Fettsäuren erhalten bleiben. Leinöl hat einen leicht nussigen Geschmack und passt gut zu Salaten oder etwa Quark mit Pellkartoffeln. Frischkäse bekommt durch das Öl eine besondere Note.

Nicht zu viel in Form von Nahrungsergänzungsmitteln

Bild vergrößern
Zu viele Omega-3-Fettsäuren sind nicht mehr gesund. Sie können die Immunabwehr schwächen.

Aufgrund der zahlreichen gesundheitsfördernden Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren werden sie mittlerweile erfolgreich als Nahrungsergänzungsmittel verkauft - nicht nur in der Apotheke, sondern auch im Supermarkt. Was viele Menschen aber nicht wissen: Zu viele Omega-3-Fettsäuren sind schädlich und können die Immunabwehr schwächen.

Auch die Blutgerinnung wird durch diese Nahrungsergänzungsmittel beeinflusst. Personen, die Omega-3 in erhöhten Dosen als Supplemente zu sich nehmen, könnten eine vermehrte Blutungsneigung, wie etwa Nasenbluten, haben. Darauf hat das das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hingewiesen. Gesunden Verbrauchern empfiehlt das BfR eine Höchstmenge von 1,5 Gramm am Tag.

Auch die Lebensmittelindustrie hat Omega-3-Fettsäuren für sich entdeckt und fügt sie inzwischen vielen Nahrungsmitteln hinzu - etwa der Panade von Fischstäbchen. Der Preis für solche Produkte ist natürlich höher. Dabei sei unter dem Strich bei der wissenschaftlichen Untersuchung der positiven Effekte letztendlich sehr wenig herausgekommen, so das BfR. Eine gesunde Ernährung sei daher das Beste und ein Großteil der Nahrungsergänzungsmittel daher überflüssig.

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 04.06.2018 | 22:00 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Omega-3-gute-Fett,fett125.html

Weitere Informationen

Ernährung: Diese Fette sind gesund

Fett gilt als ungesund. Doch während gesättigte Fette und Transfette dem Körper schaden können, sind ungesättigte Fette lebenswichtig. In welchen Lebensmitteln stecken sie? mehr

Mehr Ratgeber

07:35
Mein Nachmittag

Frische Blüten in gewachsten Gefäßen

15.01.2019 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
04:11
Nordtour

Heidewanderung im Januar

12.01.2019 18:00 Uhr
Nordtour
04:50
Visite

Wann sind Placebos sinnvoll?

15.01.2019 20:15 Uhr
Visite