Lachs in der Pfanne. © Fotolia.com Foto: Stocksnapper

Omega-3-Fettsäuren fürs Herz und gegen Entzündungen

Stand: 05.03.2021 11:38 Uhr

Omega-3-Fettsäuren sind von großer Bedeutung für den Stoffwechsel. Sie halten die Hüllen unserer Zellen geschmeidig. Außerdem werden sie für die Produktion verschiedener Gewebshormone benötigt.

Omega-3 gehören zu den sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Für den menschlichen Körper besonders wichtig sind die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA und die beiden überwiegend aus Fischen oder Algen gewonnenen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Sie wirken an zahlreichen Stellen im Stoffwechsel.

Welche Lebensmittel enthalten Omega-3-Fettsäuren?

 

Welche Lebensmittel enthalten Omega-3-Fettsäuren?


Die Alpha-Linolensäure (ALA) ist essenziell. Das bedeutet, dass unser Körper diese Fettsäure nicht selbst herstellen kann und daher darauf angewiesen ist, dass wir sie über die Nahrung zu uns nehmen.
Alpha-Linolensäure ist in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, besonders reichhaltig in Leinsamen und Leinöl, Walnüssen und Walnussöl, außerdem in Hanföl und Rapsöl.

Die beiden anderen besonders stoffwechselaktiven Omega-3-Fettsäuren heißen Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Unser Körper kann sie in geringen Mengen aus ALA (Alpha-Linolensäure) selbst herstellen.
Besonders reichlich sind EPA und DHA in fetten Kaltwasser-Meeresfischen enthalten (Lachs, Hering, Makrele, Sardelle). Darüber hinaus finden sich EPA und DHA in höherer Konzentration auch in winzigen Krebstierchen aus kalten Gewässern (Krill) und bestimmten Mikroalgen (zum Beispiel Spirulina-, Chlorella- oder Schizochytrium-Algen). Diese werden neben Fischöl für die Herstellung Omega-3-haltiger Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Omega-3 hemmt Entzündungen

Fetter Kaltwasser-Seefisch und Leinöl gehören zu den entzündungshemmenden Lebensmitteln und werden wegen ihres hohen Gehaltes an Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel bei entzündlichem Rheuma empfohlen.

Kann Omega-3 vor Gefäßverkalkung und Herzinfarkt schützen?

Heute weiß man, dass Entzündungsvorgänge bei vielen Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel bei Arteriosklerose und den daraus folgenden Herz-Kreislauferkrankungen. Eine große US-Studie, die Framingham Heart Study, hat gezeigt, dass Menschen mit hohen Omega-3-Werten im Blut ein geringeres Risiko für solche Erkrankungen haben.

In einer aktuellen Studie wurde nun untersucht, wie sich die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel auf die Gesundheit auswirkt. Das Ergebnis: Sie kann gefährliche Gefäßablagerungen reduzieren und vor einem Herzinfarkt schützen. Allerdings: Die Präparate aus der Apotheke können die Triglyzeride senken – verhindern langfristig aber keine Herz-Gefäß-Erkrankungen. Nun wurde in der Studie ein neues Präparat untersucht. In den verwendeten Kapseln steckt nur EPA und zwar besonders hochdosiert. Das Ergebnis der Studie: In der Gruppe, die mit dem EPA-Präparat behandelt wurde, erlitten 25 Prozent weniger Menschen einen Herzinfarkt als in der Kontrollgruppe, die nur ein Placebo bekam.

Blockiert Omega 3 Fresszellen?

Entzündungen sind auch an Verfallsprozessen im Gehirn und an der Entstehung von Diabetes Typ 2 beteiligt. Das gefährliche Bauchfett beispielsweise lockt Entzündungszellen (Makrophagen) des körpereigenen Immunsystems an, die viele Erkrankungen befeuern. Entzündungsforscher haben nun gezeigt, dass diese Fresszellen auch Rezeptoren für Omega-3-Fettsäuren haben. Docken die Fettsäuren DHA und EPA an solche Rezeptoren an, blockieren sie die Entzündung im Inneren der Fresszelle. So ließe sich erklären, wie Omega 3 gegen überschießende Entzündungsvorgänge im Körper wirken könnte.

Omega-3-Fettsäuren gut fürs Gehirn

Wie gut unsere Nervenzellen arbeiten, hängt mit davon ab, welchen Anteil die gesunden Fettsäuren in den Zellmembranen haben. Deshalb sind Omega-3-Fettsäuren besonders wichtig für die Hirnentwicklung des Kindes in der Schwangerschaft. Außerdem wurde beobachtet, dass Menschen, die häufig Omega-3-reichen Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering essen, seltener an Alzheimer erkranken.

Derzeit wird untersucht, ob EPA und DHA tatsächlich vor Alzheimerdemenz schützen können. Für eine Studie mixten Forscher einen Joghurtdrink, der außer Omega 3 verschiedene Vitamine und Stoffe wie Selen und Cholin enthält - Substanzen, die ebenfalls positiv auf das Gehirn wirken. Ein Ergebnis: Bei Menschen mit beginnender Demenz, die täglich 125 Milliliter dieses Joghurtdrinks tranken, verlangsamte sich der Verlust an Gehirnsubstanz und das Gedächtnis war besser geschützt als in einer Vergleichsgruppe.

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Visite | 07.08.2018 | 20:15 Uhr

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