Stand: 04.12.2018 12:18 Uhr

Nackenschmerzen: Was taugen Massage-Geräte?

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Fehlhaltungen und Bewegungsmangel führen oft zu Beschwerden im Schulter-Nackenbereich.

Der Nacken ist eine der empfindlichsten Regionen des Körpers. Fehlhaltungen am Arbeitsplatz oder zu Hause und vor allem Bewegungsmangel führen oft zu Beschwerden im Schulter-Nackenbereich. Sie können zum Dauerproblem werden und viele Betroffene finden sich damit ab. Dabei belasten die quälenden Schmerzen den Alltag extrem.

Ein Massagegerät im Test.

Nackenschmerzen: Was taugen Massage-Geräte?

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An Schmerzen in der Schulter und im Nacken leiden viele Erwachsene. Häufig sind Fehlhaltungen die Ursache. Können elektrische Massage-Geräte die Beschwerden lindern?

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Kribbeln und Taubheitsgefühle

Zunächst helfen Krankengymnastik und Massagen, die Schmerzen zu beseitigen. Doch nicht selten kehren sie mit der Zeit immer heftiger zurück. Mehr und mehr begleitet von Kribbeln und Taubheitsgefühlen, die in die Arme ausstrahlen. Spätestens wenn Lähmungserscheinungen auftreten, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Häufige Fehlhaltung verantwortlich für Beschwerden

Mögliche Ursachen für die Beschwerden können zum Beispiel Fehlhaltungen, Muskelschwäche, Bandscheibenvorfälle, ein Beckenschiefstand oder eine Enge im Wirbelkanal sein. Auch eine Kieferfehlstellung kann für hartnäckige Beschwerden verantwortlich sein. Unbemerktes Zähneknirschen kann zur Abnutzung der Kiefergelenke führen und damit zu Fehlbelastungen im Bereich des Kauapparates. Dessen Muskulatur ist mit der Muskulatur des Nackens verbunden und kann dort schmerzhafte Verspannungen verursachen.

Durch falsche Haltung verspannen sich Muskeln

Wird durch eine schiefe Haltung der Kopf nicht mehr vom Körper getragen, sondern nur noch vom Hals, führt diese Belastung auf Dauer zu chronischen Schmerzen. Schuld sind oft falsches Sitzen und zu wenig Bewegung. Um die entstandenen Blockaden in den Wirbelgelenken auszugleichen, spannt sich die Muskulatur an. Sie wird dicker und drückt auf die Nerven. Durch die daraus bedingten Schmerzen verspannen sich die Muskeln weiter und drücken noch mehr auf die Nerven.

Um den Teufelskreis zu unterbrechen, hat sich unter anderem Osteopathie bewährt. Dabei versucht der Therapeut, die verhärtete Muskulatur zu lösen. Er streckt zu eng stehende Wirbel - nicht nur in der Nackenregion, er bearbeitet den ganzen Körper. In den meisten Fällen können mit Osteopathie, Krankengymnastik, Wärme und Massagen auch Beschwerden wie Kribbeln in den Armen gelindert werden.

Muskelaufbau entscheidend

Massagen wirken entspannend, beheben aber nicht die Ursachen der Beschwerden. Sie eignen sich allerdings gut als auflockernde Vorbereitung für ein muskelkräftigendes Training. Der Physiotherapeut bringt den Patienten in rund sechs Sitzungen spezielle Übungen bei. Wichtig dabei ist, dass diese auch zu Hause regelmäßig weitergeführt werden. Eine Kombination aus muskelkräftigendem Training und muskelentspannenden Wärmeanwendungen kann die Schmerzen dauerhaft beseitigen.

Massage-Geräte ab 15 Euro

Wer keine Zeit für eine professionelle Massage hat oder dafür kein Geld ausgeben möchte, findet ab etwa 50 Euro elektrische Geräte auf dem Markt, die laut Produktbeschreibungen innerhalb von 15 Minuten die Durchblutung steigern, Muskelverspannungen und Verklebungen lösen und so Nacken- und Rückenschmerzen lindern sollen.

Massage-Geräte: Kissen, Gurte, Bauformen

  • Ein Shiatsu-Kissen simuliert mit rotierenden, beheizten Massageköpfen die japanische Fingerdruckmassage Shiatsu. Presst man seinen Nacken fest genug in ein solches Kissen, sollen sich die Massage-Köpfe tief in die Muskulatur drücken, diese durchkneten und so für Schmerzlinderung sorgen. Tatsächlich lockern die kugelförmigen Massageköpfe die Muskulatur auf. Doch wird das Kissen falsch positioniert, drücken sie auf den Knochen und erzeugen zusätzlichen Schmerz.

  • Ähnlich wie Shiatsu-Kissen funktionieren Massagegurte, die am Hals und auf den Schultern getragen werden und ebenfalls mit warmen Massageköpfen in unterschiedlichen Richtungen massieren.

  • Massage-Klopfer werden mit der Hand kräftig auf die schmerzende Stelle gedrückt und massieren über verschiedene Aufsätze durch Vibrieren oder Klopfen. Das soll eine Mischung aus Akupressur und Punktmassage ergeben, kann aber auch recht schmerzhaft sein, wenn der Klopfer über dem Knochen angesetzt wird. Ohne Aufsätze gibt auch der Klopfer wohlige Wärme an Haut und Muskulatur ab, sorgt so für eine bessere Durchblutung.

Massage-Geräte: Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: Tatsächlich üben Gurte, Kissen und Klopfer den nötigen Druck aus, um Verspannungen und Verklebungen zu lösen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Wellness-Effekt: Die elektrischen Geräte kurbeln die Durchblutung von Haut und Muskeln an und verschaffen eine kleine Auszeit.

  • Nachteile: Massage-Geräte können nur an den Stellen drücken, an denen sie aufgesetzt werden. Deshalb können sie einen erfahrenen Therapeuten nicht ersetzen, der Verspannungen und Verklebungen ertastet. Unter Umständen können Geräte zur Selbstmassage sogar schaden: Wird der Druck auf das Gewebe zu stark, kann es bluten - und vor allem Menschen, die Blutverdünner einnehmen müssen, können dadurch Blutergüsse im Gewebe bekommen. Wenn die Massage schmerzhaft wird, sollte man sie daher sofort abschalten.

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Experten zum Thema

Dr. Helge Riepenhof, Chefarzt
Zentrum für Rehabilitationsmedizin und interdisziplinäre Sportmedizin
BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Straße 10, 21033 Hamburg
(040) 73 06-28 11
www.bg-klinikum-hamburg.de

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