Stand: 14.02.2017 13:26 Uhr  | Archiv

Myokarditis: Wenn Viren das Herz schwächen

Wer eine schwere Erkältung mit Husten und Halsschmerzen oder einen grippalen Infekt hat, sollte sich schonen. Denn eine Reihe von Erkältungsviren zählt zu den sogenannten kardiotropen Viren. Sie können eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) auslösen, die das Herz vorübergehend oder gar dauerhaft schwächt. Eine sogenannte myokardiale Beteiligung liegt bei rund fünf Prozent aller viralen Infekte vor.

Symptome rechtzeitig erkennen

Wird das Herz durch körperliche Anstrengung stark belastet, bevor ein schwerer grippaler Infekt abgeklungen ist, können Herzrhythmusstörungen auftreten. Im schlimmsten Fall droht ein plötzlicher Herztod. Typische Symptome sind anhaltende körperliche Schwäche bei geringer Belastung, Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag, Luftnot und Brustschmerzen. Bei einer Erkältung werden die Anzeichen oft nicht ernst genommen oder ignoriert.

Diagnose der Myokarditis

Beim Verdacht auf Myokarditits gehen Ärzte in der Regel so vor:

  • körperliche Untersuchung, insbesondere auf Herzgeräusche und Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus
  • Blutuntersuchung auf bestimmte Herzmarker wie CK-MB und Troponin
  • bildgebende Verfahren wie EKG, Angiographie und MRT, um das Ausmaß der Herzmuskelschädigung zu bestimmen und andere mögliche Ursachen auszuschließen

Herzschwäche: Medikamente und Defibrillator

Von einer Myokarditis erholen sich 60 bis 70 Prozent der Betroffenen ohne Folgen. Die anderen Erkrankten behalten eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Herzschwäche zurück. In vielen Fällen kann das geschwächte Herz mit Medikamenten unterstützt werden. In besonders schweren Fällen haben die Betroffenen dauerhaft Herzrhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Ihnen wird ein spezieller Defibrillator ("Defi-Weste") empfohlen, den sie am Körper tragen und nur zum Duschen oder Waschen ablegen. Erkennt die Weste einen unnormalen, lebensgefährlichen Herzrhythmus wie ventrikuläre Tachykardien und Kammerflimmern, gibt sie einen lebensrettenden Elektroschock ab.

Herzmuskelentzündung vermeiden

Wer eine schwere Erkältung hat, sollte den Infekt richtig auskurieren, um lebensbedrohliche und langwierige Komplikationen zu vermeiden. Schwere körperliche Arbeit und Sport sind während eines grippalen Infekts tabu. Nach einer auskurierten Erkältung sollte körperliches Training nur langsam wieder gesteigert werden.

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Erkältung behandeln mit pflanzlichen Mitteln

Gegen die Symptome eines grippalen Infekts empfehlen viele Ärzte pflanzliche Mittel und Arzneien. Frühzeitig eingesetzt, können sie eine Erkältung verkürzen und Beschwerden lindern. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 14.02.2017 | 20:15 Uhr

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