Stand: 20.10.2015 10:16 Uhr  - Visite  | Archiv

Müsli - Fertigmischungen sind oft ungesund

Schale mit Früchtemüsli © euthymia
Müsli-Fertigprodukte enthalten meist jede Menge Zucker.

Ein Müsli zum Frühstück - so starten viele Menschen in den Tag und greifen dabei auf Fertigmischungen zurück. Die Auswahl ist riesig: mit Wellnessflakes, Schoko-Crunchy-Mischung oder Müsli mit Trockenfrüchten. Doch die Fertigprodukte enthalten meist jede Menge Zucker. Dextrose, Glucose, Fruktose, Saccharose - hinter all diesen Bezeichnungen verbirgt sich Zucker. Gleiches gilt für Gerstenmalzextrakt, Invertsirup und Maltodextrin. Wichtig: Je weiter vorn in der Auflistung der Zutaten auf der Verpackung Zucker auftaucht, desto mehr ist auch drin.

Rosinen oder Sultaninen: Billige und süße Zutat

Zusätzliche Süße bringen Trockenfrüchte. Sie sind grundsätzlich süßer als frisches Obst und werden zudem von vielen Herstellern kandiert - zum Beispiel die billigen, aber eigentlich sauren Cranberrys. Am liebsten aber werden Rosinen und Sultaninen beigemischt. Beides sind getrocknete Weintrauben, die vier Mal süßer sind als frische Früchte. Zudem sind sie eine relativ billige Zutat für die Hersteller.

Nüsse in Fett gebacken

Eigentlich sollten Kerne und Nüsse für das Knusprige im Müsli sorgen. Doch sie erhöhen meist nur den Fettgehalt der Müslimischung. Denn sie werden, damit sie überhaupt knusprig schmecken, in Fett gebacken. Je knuspriger die Flocken, desto mehr Fett ist drin. Schokostückchen machen das Müsli dann zu einem echten Dickmacher.

Sind Light-Produkte also eine Alternative? Nein, denn wenn die Hersteller mit weniger Fett werben, ist meist mehr Zucker drin. Gepufftes Getreide, wie Pops, Flakes oder Loops, sind übrigens wertlos. Denn nur in den Randschichten des Getreides und Keimlingen sind die wertvollen Inhaltsstoffe. Die sind in Haferflocken oder geschrotetem Korn enthalten.

Müsli einfach selbst gemacht

Ein gesundes und zuckerarmes Müsli lässt sich einfach selbst zusammenstellen. Empfehlenswert sind Getreideflocken aus Hafer, Weizen oder Roggen, dazu Sonnenblumenkerne, Leinsamen oder Kürbiskerne. Statt getrockneter Früchte empfiehlt sich frisches Obst. Bei Bedarf kann man das Müsli mit Nüssen verfeinern und einen Schuss Öl und Joghurt oder Milch dazugeben.

Tipps für den Einkauf - kurz zusammengefasst:

- Je weiter vorn in der Auflistung der Zutaten auf der Verpackung Zucker auftaucht, desto mehr ist auch drin.
- Je knuspriger die Flocken, desto mehr Fett wurde verwendet.
- Schokostückchen machen Müsli zum Dickmacher.

Interviewpartner im Beitrag:

Dennis Hoppe
examinierter Diätassistent
healthcompany Ernährungsberatung Stade
Falkenweg 24
21717 Fredenbeck
Tel. (04149) 93 29 36
Internet: www.healthcompanystade.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.10.2015 | 20:15 Uhr

Müsli-Packungen

Wie Hersteller mit Portionsgrößen tricksen

Bei Lebensmitteln wie Chips, Eis, Schokolade und Müsli geben einige Hersteller auf der Verpackung unrealistisch kleine Portionen an. Markt zeigt Beispiele. mehr

Mehr Gesundheitsthemen

Mann hält sich ein schmerzendes Knie, das schematisch rot eingefärbt ist. © Fotolia.com Foto: underdogstudio

Zweitmeinung: Unnötige OP an Rücken und Gelenken verhindern

Vor Operationen an Gelenken und am Rücken sollten Betroffene eine Zweitmeinung einholen. Denn nicht immer führt eine OP zum gewünschten Ergebnis. Welche Alternativen gibt es? mehr

Aus einer Plastikflasche wird Wasser in ein Glas eingeschenkt. © Fotolia.com Foto: Kaesler Media

Richtig trinken: Wann und wie viel?

Der Körper braucht eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit am Tag. Richtig über den Tag verteilt, kann Trinken sogar beim Abnehmen helfen. Was ist dabei zu beachten? mehr

Physiotherapeutin arbeitet mit einem Patienten. © WavebreakmediaMicro/fotolia Foto: WavebreakmediaMicro

Wie manuelle Therapie bei Rückenschmerzen hilft

Bei chronischen Rückenschmerzen ist die manuelle Therapie so wirkungsvoll wie Schmerzmittel und Spritzen. Wie funktioniert die Behandlung? Und was bezahlen die Krankenkassen? mehr

Symbolbild für Sodbrennen. © Colourbox Foto: #72771

Stiller Reflux: Was bei Sodbrennen hilft

Sodbrennen kann zu Husten, Heiserkeit und ständigem Räuspern führen. Gegen die Beschwerden helfen oft Medikamente - und eine Umstellung der Ernährung. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr