Stand: 28.01.2019 13:31 Uhr

Morbus Sudeck: Dauerschmerz nach Verletzung

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Morbus Sudeck ist für den Patienten extrem belastend: Der betroffene Körperteil ist meist sehr empfindlich.

Nicht immer klingen die Schmerzen nach einer Verletzung oder Operation an Armen oder Beinen wie erwartet ab. Kommen mit der Zeit weitere Symptome wie Schwellungen, verstärktes Haar- und Nagelwachstum, Veränderungen der Hauttemperatur, Lähmungen oder Muskelverkrampfungen hinzu, sprechen Ärzte von einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (Complex Regional Pain Syndrome, CRPS), auch als Sudeck'sche Dystrophie oder Morbus Sudeck bekannt.

Eine Hand in einem Gips.

Morbus Sudeck: Dauerschmerz nach Verletzung

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Die Verletzung will nicht richtig heilen und der Arm schmerzt, das Gelenk ist geschwollen und gerötet. Dies sind Anzeichen für Morbus Sudeck. Die Ursache ist bisher ungeklärt.

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Beschwerden wie bei einer Entzündung

Der Hamburger Chirurg Paul Sudeck hatte im Jahr 1900 diese Krankheit als erster beschrieben und als "entgleiste Heilentzündung" bezeichnet. Sie beginnt meist wenige Wochen nach der Verletzung oder Operation mit einem starken, brennenden Schmerz, der bei Belastung oder Bewegung zunimmt. Viele Patienten empfinden den Schmerz schon bei leichten, eigentlich angenehmen Berührungen, oft verbunden mit Kribbeln, starker Schwellung und geröteter Haut. Das betroffene Gelenk scheint entzündet zu sein, die Patienten haben aber kein Fieber und auch im Blut lassen sich keine Entzündungsfaktoren nachweisen.

Krankheit hat mehrere Stadien

Innerhalb weniger Monate bildet sich die Schwellung zurück und der betroffene Körperteil wird kalt, die Haut verfärbt sich bläulich oder rötlich, wirkt glänzend und gefleckt. In diesem zweiten Krankheitsstadium ist das Gelenk meist nur noch eingeschränkt beweglich, Sehnen und Muskeln verhärten sich.

Im weiteren Verlauf (Stadium 3) versteift das Gelenk, Haut, Muskeln und Sehnen schrumpfen, die Haut ist kalt und bläulich verfärbt, die Betroffenen leiden zudem unter massivem Knochenschwund (Osteoporose).

Ursache für CRPS bisher ungeklärt

Experten schätzen, dass pro Jahr zwischen 10.000 und 40.000 Patienten in Deutschland an einem CRPS erkranken. Die Ursache ist bisher ebenso ungeklärt wie der eigentliche Krankheitsprozess im Körper. Vermutlich ist bei einem CRPS die Signalverarbeitung im Gehirn gestört, sodass sich die Schmerzen verselbständigen und falsche Informationen übertragen werden. Als mögliche Auslöser eines CRPS gelten gelenknahe Operationen, das Richten von Knochenbrüchen oder auch zu enge Gipsverbände. Aber nichts davon ist tatsächlich wissenschaftlich belegt.

Krankheit wird oft erst spät erkannt

Da die Erkrankung häufig erst sehr spät oder gar nicht erkannt wird, ist die Dunkelziffer hoch und vielen Betroffenen bleibt eine hilfreiche Therapie versagt. Dabei haben Patienten, die bereits in den ersten Wochen richtig behandelt werden, die besten Heilungschancen. Trotzdem dauert die Krankheit meist Monate, manchmal auch Jahre.

Links

CRPS Netzwerk – Gemeinsam stark

Informationen zu Selbsthilfegruppen von Morbus Sudeck in Deutschland. extern

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Ein CRPS ist für den Patienten extrem belastend: Der betroffene Körperteil ist meist so empfindlich, dass die Ärzte ihn anfangs fast nur in Watte packen können und mit hoch dosierten Schmerzmedikamenten (Opiaten) dafür sorgen müssen, dass überhaupt eine sanfte Bewegungstherapie möglich wird. Mit Physiotherapie werden dann Kraft und Beweglichkeit möglichst schmerzfrei trainiert, mit Lymphdrainagen überschüssige Flüssigkeit aus dem geschwollenen Gewebe massiert. In der Ergotherapie lernen die Patienten, alltägliche Bewegungen und Aktivitäten wieder durchzuführen.

Das Gehirn muss wieder lernen, dass Bewegung ohne Schmerzen möglich ist, denn bei dem CRPS spielt auch die Angst vor dem Schmerz eine wichtige Rolle. Mit einer gezielten Verhaltenstherapie (Graded Exposure) überwinden die Patienten diese Angst innerhalb weniger Wochen, auch die anderen Symptome lassen daraufhin meist dauerhaft nach.

Experten zum Thema

Dr. Joachim W. Ulma, Chefarzt
Klinik für Schmerzmedizin - Schmerzzentrum
Rotes Kreuz Krankenhaus
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen
www.roteskreuzkrankenhaus.de/schmerzzentrum

Joanna Menke, Leitung Physiotherapie
PHYSIO+FIT Krause im Therapiezentrum Blender
Blender Hauptstraße 28
27337 Blender
www.physiofitkrause-blender.de

Weitere Informationen
CRPS Netzwerk - Gemeinsam stark
Informationen zu Selbsthilfegruppen von Morbus Sudeck in Deutschland
www.crps-netzwerk.org

Deutsche Schmerzliga e.V.
Rüsselsheimer Straße 22
60326 Frankfurt am Main
(069) 20 019 019
www.schmerzliga.de

Weitere Informationen

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