Stand: 18.01.2018 18:08 Uhr

Morbus Crohn erkennen und behandeln

Heftige Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen - und das oft wochenlang: Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms, die meist in Schüben verläuft und bisher nicht heilbar ist. Häufig erkranken Menschen daran zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Geschätzt ein bis zwei von tausend Deutschen leiden an dieser Krankheit, unter Städtern ist sie häufiger als auf dem Land.

1904 erstmals beschrieben

Der polnische Chirurg Antoni Lesniowski hat die Erkrankung 1904 erstmals beschrieben, der US-amerikanische Magen- und Darmspezialist Burrill Bernard Crohn im Jahr 1932. Nach ihm wurde sie benannt. Andere Bezeichnungen sind Enteritis regionalis Crohn, Ileitis terminalis; übliche Abkürzungen sind MC (Morbus Crohn) und CD (Crohn's Disease).

Morbus Crohn tritt meist im Übergang vom Dünndarm zum Dickdarm auf. Die Erkrankung kann, im Unterschied zur ebenfalls chronischen Darmkrankheit Colitis ulcerosa, den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After und alle Schichten der Darmwand betreffen. Typischerweise wechseln sich bei Morbus Crohn gesunde mit erkrankten Darmabschnitten ab. Es kann zur Bildung von Geschwüren, Darmverengungen (Stenosen) und Verbindungsgängen zu anderen Organen (Fisteln) kommen.

Dr. Klasen zeigt Schülerin Maya und ihrem Vater ungesunde Lebensmittel. © NDR/nonfictionplanet, honorarfrei

Morbus Crohn: Ernährung anpassen je nach Phase

Die Ernährungs-Docs -

Während eines Schubes sieht die richtige Ernährung ganz anders aus als in der Ruhephase: Die elfjährige Maya lernt einiges über Schonkost, Zucker oder Fertigprodukte mit Emulgatoren.

3,75 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ursache

Welche Ursachen zu Morbus Crohn führen, ist noch nicht geklärt. Forscher gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, bei der der Körper gegen sein eigenes Immunsystem arbeitet. Fest steht, dass bei Morbus-Crohn-Patienten mehr als 160 Gene verändert sein können. Eines der fehlerhaften Gene heißt NOD2/CARD 15, es ist wichtig für die Immunzellen, die in der Darmschleimhaut vorkommen. Können diese Zellen Krankheitserreger nicht mehr vollständig beseitigen, weil sie nur eingeschränkt funktionieren, kommt es zu einer Überreaktion des körpereigenen Immunsystems und dadurch zur chronischen Entzündung des Darms, so die Vermutung.

Was passiert bei Morbus Crohn?

Erwiesen ist, dass Morbus Crohn in Familien gehäuft vorkommt und in Industrienationen häufiger als in Entwicklungsländern. Als mögliche Gründe dafür werden ungesunde Ernährung, übertriebene Hygiene und Umwelteinflüsse genannt. Bewiesen ist auch, dass Raucher häufiger an Morbus Crohn erkranken als Nichtraucher. Psychische Belastungen können die Krankheit nicht auslösen, den Verlauf aber ungünstig beeinflussen.

Symptome

Zu den ersten Anzeichen für Morbus Crohn gehören Erbrechen, Durchfall und krampfartige Schmerzen im rechten Unterbauch. Die kolikartigen Bauchschmerzen ähneln denen einer Blinddarmentzündung. Mit den Beschwerden einher geht oft eine deutliche Gewichtsabnahme. Die Symptome von Morbus Crohn beschränken sich nicht auf den Magen-Darm-Trakt. Bei einem Drittel der Betroffenen kommen hinzu:

  • Schmerzen an Knie- oder Sprunggelenken
  • entzündliche Hautveränderungen
  • Schlappheit und Müdigkeit
  • kleine Geschwüre der Mundschleimhaut (Aphthen)
  • Augenentzündungen
  • Osteoporose
  • gestörte Leber oder Galle

Leiden Kinder an Morbus Crohn, kann sich die Krankheit auch ganz anders bemerkbar machen: Sie wachsen womöglich langsamer und kommen später in die Geschlechtsreife.

Videos
14:50

Morbus Crohn: Auf Kalzium und Zusatzstoffe achten

06.02.2017 21:00 Uhr
Die Ernährungs-Docs

Der 18-jährige Leon fühlt sich häufig schlapp: Grund ist seine schubweise verlaufende chronische Darmerkrankung. Kann er durch bewussteres Essen die beschwerdefreie Zeit verlängern? Video (14:50 min)

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 22.01.2018 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Morbus Crohn (in der Ruhephase)

Ziel ist, die beschwerdefreie Zeit so lange wie möglich zu erhalten. Eine leichte Vollkost unter Auslassung reizender Lebensmittel wie etwa Emulgatoren ist sinnvoll. mehr

Rezepte bei Morbus Crohn

Leichte Vollkost mit milden Gemüsen und wichtigen Nährstoffen: Diese Gerichte eignen sich bei Morbus Crohn in der Ruhephase. mehr

Zum Ausdrucken (PDF)

71 KB

Die Therapie-Empfehlungen im DIN-A4-Format (PDF)

Welche Ernährung tut gut in der Remissionsphase - und was hilft im akuten Schub? Alle Empfehlungen auf einen Blick. Download (71 KB)

Mehr Ratgeber

08:18

Alltagspsychologie: Vergiftet Geld die Liebe?

22.01.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
08:53

Avocado-Pasta mit gerösteten Nüssen

22.01.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
08:00