Stand: 20.02.2018 11:44 Uhr  | Archiv

Mini-Roboter im Körper: Neue Therapien?

Am Max-Planck-Institut entwickelter Mini-Roboter für medizinische Anwendung im Körper
Der neu entwickelte Mikro-Roboter könnte Operationen überflüssig machen.

In Zukunft könnten winzige Roboter im menschlichen Körper Diagnosen stellen und Medikamente verabreichen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme haben einen biegsamen Mikro-Roboter entwickelt, den man zum Beispiel schlucken, in die Blutbahn injizieren oder durch eine Öffnung in der Haut einsetzen kann. Der Nanotransporter könnte in Regionen des Körpers gelangen, die bisher nur mit einer Operation erreichbar waren.

Magnetfeld steuert Mikro-Roboter

Der vier Millimeter kleine Mikro-Roboter wird aus weichem Kunststoff (Polymer) gefertigt. Über ein externes Magnetfeld wird er gesteuert. Magnetische Partikel in der Polymerschicht erlauben es, die Form des Roboters von außen zu verändern. So kann der Roboter krabbeln, rollen und schwimmen, aber auch Objekte greifen, transportieren und zielgerichtet ablegen. Inspiriert wurden die Forscher von Käferlarven, Raupen und Quallen.

Roboter sollen Medikamente im Körper verabreichen

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Mikro-Roboter mit minimalinvasiven Eingriffen im Menschen einzusetzen. Eines Tages sollen Mikro-Roboter Medikamente genau an die Stelle bringen, an der sie benötigt werden. Das soll die Wirksamkeit der Medikamente erhöhen und unerwünschte Nebenwirkungen verringern.

Forscher arbeiten an noch kleineren Robotern

Die Wissenschaftler arbeiten bereits an noch kleineren Robotern (Nanorobots). Dabei handelt es sich um Schwimmkörper, die 1.000-mal dünner als ein Haar sind. Man kann sie nur durch ein Elektronenmikroskop sehen. Ihre Form ist der von Bakterien nachempfunden. Sie können sich durch ihre eigene Bewegung in Körperflüssigkeiten fortbewegen und in einzelne Körperzellen eindringen.

Erfolgreicher Einsatz im Tierversuch

In Tierversuchen werden Nanotransporter schon erfolgreich eingesetzt. Die Forschungen befinden sich allerdings noch am Anfang. Eine Anwendung im klinischen Alltag liegt noch in weiter Ferne.

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Visite | 20.02.2018 | 20:15 Uhr

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