Stand: 13.01.2020 15:29 Uhr  - Visite

Lungentransplantation: Spenderorgane fehlen

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Bei bestimmten schweren Lungenerkrankungen kann eine Organtransplantation Leben retten.

Droht die Lunge wegen einer schweren Erkrankung unwiederbringlich zu versagen und sind alle anderen Therapien ausgeschöpft, kann die Transplantation einer Spenderlunge Leben retten. Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 350 Lungentransplantationen durchgeführt. Etwa 300 Menschen warten gegenwärtig auf die Transplantation einer Lunge.

Lungentransplantation: Spenderorgane fehlen

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Bei schweren Lungenerkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose kann eine Organtransplantation Leben retten. Etwa 300 Betroffene warten derzeit auf eine Spenderlunge.

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Ursachen für Lungenversagen

Die häufigsten Gründe für ein Lungenversagen, das eine Transplantation erforderlich macht:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Lungenfibrose (Vernarbung des Lungengewebes)
  • Mukoviszidose (angeborene Stoffwechselerkrankung)
  • Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge)

Erfolgsaussichten der OP haben sich verbessert

Jedes Jahr melden die deutschen Krankenhäuser etwa 400 neue Betroffene, die eine Spenderlunge benötigen. Die Erfolgsaussichten der komplizierten Operation haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Ein Jahr nach der Transplantation funktionieren noch 75 Prozent der Lungen, nach fünf Jahren mehr als die Hälfte.

In einigen Fällen müssen Herz und Lunge gemeinsam transplantiert werden, zum Beispiel bei einem angeborenen Herzfehler, der zu Bluthochdruck in der Lunge geführt und diese geschädigt hat, oder bei einem Herzversagen, das infolge einer Lungenerkrankung aufgetreten ist.

Schwerkranke warten auf Spenderlungen

In der Regel werden mehr Spenderorgane benötigt als gespendet werden. Das bedeutet, dass Menschen, die ein Spenderorgan benötigen, auf eine Warteliste für das entsprechende Organ gesetzt werden müssen. Statistisch alle acht Stunden stirbt in Deutschland ein schwer kranker Mensch, weil kein rettendes Spenderorgan gefunden wird. Eine Lebendorganspende eines Teils der Lunge ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, wird in Deutschland aber nur in einem Zentrum durchgeführt.

Aufbau und Funktion der Lunge

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die in insgesamt fünf Lungenlappen aufgeteilt sind. Diese sind von feinen Verästelungen durchzogen, den Bronchien. Mit der Einatmung wird der Sauerstoff aus der Luft über die Luftröhre und die Bronchien in die Lungen transportiert. In den Lungenbläschen wird der Sauerstoff in das Blut abgegeben und zugleich Kohlendioxid aus dem Blut aufgenommen und über die Ausatmung ausgeschieden. Über die Atmung wird auch der Säure-Basen-Haushalt des Körpers maßgeblich gesteuert.

Einseitige und doppelseitige Lungentransplantation

Eine Lungentransplantation kann einseitig (unilateral) oder doppelseitig (bilateral) durchgeführt werden:

  • Bei der einseitigen Lungentransplantation behält der Organempfänger einen seiner Lungenflügel und erhält den anderen von einem Organspender. So kann eine Spenderlunge gegebenenfalls auf zwei Empfänger aufgeteilt werden.

  • Bei einer doppelseitigen Lungentransplantation werden beide Lungenflügel auf einen Spender übertragen.

Weitere Informationen

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Gregor Warnecke, Ltd. Oberarzt und Profilbereichsleitung Organtransplantation
Dr. Fabio Ius, Oberarzt
Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG)
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
www.mhh.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 14.01.2020 | 20:15 Uhr

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