Stand: 05.04.2016 12:53 Uhr  | Archiv

Lebensgefahr durch Infarkt im Darm

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Bei einem Darminfarkt handelt es sich um einen Verschluss einer Arterie im Darm.

Heftige Bauchschmerzen können akute Lebensgefahr bedeuten - wenn es sich dabei um einen Mesenterialinfarkt handelt, den Verschluss einer Arterie im Darm. Besonders gefährdet sind Patienten mit erhöhtem Herzinfarkt-Risiko, beispielsweise durch Vorhofflimmern, Arteriosklerose oder auch nach größeren Gefäßoperationen. Verschließt sich ein arterielles Blutgefäß im Darm, können Teile des empfindlichen Organgewebes nicht mehr versorgt werden und sterben letztendlich ab.

Darminfarkt verläuft in drei Phasen

Ein Mesenterialinfarkt verläuft in drei Phasen: Zu Beginn treten heftige, messerstichartige Schmerzen im Bauchbereich auf, wobei der Darm selbst noch nicht einmal weh tun muss. Nach etwa zwei bis sechs Stunden folgt die zweite Phase. Besonders trügerisch: Ausgerechnet in diesem schon lebensbedrohlichen Stadium lassen die Schmerzen nach. Die Ärzte nennen diese Phase daher auch den "faulen Frieden", denn bei der scheinbaren Besserung sterben in Wirklichkeit bereits viele Bereiche des Darms ab. In der dritten und letzten Phase entzündet sich dann der gesamte Bauchraum.

Mesenterialinfarkt: Welche Symptome sind typisch?

Symptome dieser Bauchfellentzündung (Peritonitis) sind ein harter, schmerzhafter Blähbauch sowie blutiger Stuhl und starkes Erbrechen. Schließlich kommt es durch die innere Vergiftung zu einem lebensbedrohlichen Schock mit Kreislaufversagen. Da Darmkoliken häufig vorkommen und die Symptome unspezifisch sind, lässt sich die Erkrankung nur schwer diagnostizieren und kann daher leicht übersehen werden. Erst mit einer genauen Untersuchung, zum Beispiel mittels Ultraschall, der Magnetresonanzangiografie (MRA) oder der CT-Angiografie (CTA), können verstopfte Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Auch eine Blutuntersuchung kann erste Hinweise liefern.

Ist die Diagnose gestellt, ist eine Operation zur Lebensrettung unausweichlich. Ähnlich wie beim Herzinfarkt werden die verstopften Arterien mittels Gefäßstützen (Stents) wieder durchlässig gemacht oder - wenn dies nicht möglich ist - mit einem Bypass überbrückt.

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Stephan M. Freys
Chefarzt des Diako, Evangelisches Diakonie-Krankenhaus
Gröpelinger Heerstraße 406-408
28239 Bremen
Tel. (0421) 610 20
Fax. (0421) 61 02 33 36
Internet: www.diako-bremen.de/

Im Beitrag:
Prof. Dr. Axel Larena-Avellaneda
Stellvertretender Klinikdirektor, Gefäßchirurg
Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin
Universitäres Herzzentrum
Universitätsklinikum Hamburg
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 00
Fax. (040) 741 05 39 88
Internet: www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/gefaeßmedizin/

Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
Direktor
Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin
Universitäres Herzzentrum
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
Internet: www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/gefaeßmedizin/

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.04.2016 | 20:15 Uhr

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