Stand: 06.02.2018 11:06 Uhr  - Visite  | Archiv

Krumme Finger: Dupuytren-Kontraktur behandeln

Röntgenaufnahme einer Hand © Hellerhoff
Beim Verdacht auf Dupuytren-Kontraktur kann ein Röntgenbild andere Erkrankungen ausschließen.

Das sogenannte Dupuytren-Syndrom ist eine erblich bedingte gutartige Wucherung des Bindegewebes in der Hand. Dabei bildet sich knotiges Bindegewebe, das einen oder mehrere Finger immer weiter zur Handinnenfläche zieht, meist den vierten oder den fünften Finger. Die Erkrankung verläuft schubweise und führt oft erst nach 20 Jahren zu Problemen. Bei einigen Betroffenen ziehen sich die Finger aber schon nach wenigen Monaten zusammen und lassen sich nicht mehr nutzen.

Therapien bei Dupuytren-Kontraktur

Solange sich das Bindegewebe nur zu schmerzlosen Knubbeln verdickt, ist keine Therapie erforderlich. Erst wenn ein Nerv in der Hand durch die Wucherung gestört wird, kommt es zu Schmerzen. Eine Behandlung wird dann erforderlich, wenn sich die Finger so verkrümmen, dass die Hand nicht mehr richtig zu gebrauchen ist. Behandelt wird eine Dupuytren-Kontraktur per Strahlentherapie, offener Operation oder minimalinvasivem Eingriff:

  • Strahlentherapie: Vor allem Patienten mit noch geraden Fingern, aber rasch wachsenden Knoten und Bindegewebssträngen profitieren von einer Strahlentherapie. Dabei wird die betroffene Hand fünf Tage lang für jeweils zwei Minuten einer Röntgenbestrahlung ausgesetzt, um den Krankheitsverlauf aufzuhalten oder stark zu verlangsamen. Nach einer fünfwöchigen Pause lässt sich die Therapie wiederholen. Damit Strahlenschäden nicht Jahrzehnte später das Entstehen einer Krebserkrankung fördern, kommt die Strahlentherapie vor allem für ältere Betroffene in Frage.

  • Offene Operation: Sind die Finger bereits gekrümmt, ist ein chirurgischer Eingriff zur Begradigung erforderlich. Bei der offenen Operation unter örtlicher Betäubung oder einer Kurznarkose legt der Chirurg mit mehreren Schnitten das Gewebe frei und entfernt dann die Knoten und Bindegewebsstränge. Anschließend muss der Patient die operierte Hand zwei Wochen lang schonen, bevor er sie wieder gebrauchen darf. Im Anschluss kann eine Bestrahlung sinnvoll sein, um einem erneuten Auftreten (Rezidiv) von Wucherungen vorzubeugen.

  • Minimalinvasiver Eingriff: Liegt lediglich eine strangförmige Wucherung in der Hand vor, kann die sogenannte Nadelfasziotomie eine schonende Alternative zur offenen Operation sein. Dabei durchstößt der Chirurg den Bindegewebsstrang in der Handfläche unter örtlicher Betäubung mit einer Nadel. Dadurch lassen sich die Finger mit sanftem Druck strecken, bis der Strang zerreißt und die Finger wieder beweglich sind. Der Erkrankte benötigt keine lange Erholungszeit und verspürt kaum Schmerzen. Allerdings wächst das Gewebe mit der Zeit wieder zusammen, häufig kommt es erneut zu Wucherungen.

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