Stand: 12.06.2020 09:34 Uhr

Wie Ginseng den Körper stärkt

Gemahlener Ginseng in einer Steinschale. © colourbox Foto: -
Der Extrakt aus der Ginsengwurzel kann die Selbstheilung des Körpers fördern.

Die Ginsengwurzel gehört seit mehr als 2.000 Jahren zu den wichtigsten Heilmitteln der traditionellen asiatischen Medizin. Der Ginseng wirkt nicht direkt gegen Krankheiten, sondern soll die körpereigenen Selbstheilungskräfte mobilisieren.

VIDEO: Ginseng: Wie wirken Kapseln und Tee? (6 Min)

Anbau und Ernte

Der Anbau der Waldpflanze erfordert viel Geduld: Ginseng wächst im Schatten, muss richtig bewässert werden und sechs Jahre reifen, bis die Wirkstoffe, die sogenannten Ginsenoside, in ausreichender Konzentration vorhanden sind. Im Herbst wird die Ginsengwurzel geerntet, nachdem der oberirdische Teil der Pflanze abgestorben ist.

Ginseng als Arzneimittel: Extrakt aus getrockneten Wurzeln

Die Ginsenoside zählen zu den gesunden sekundären Pflanzenstoffen. Sie stecken vor allem in den kleinen Neben- und Haarwurzeln. Während Ginseng in Asien auch als stärkende Suppe verzehrt wird, gilt er bei uns als Arzneimittel. Der wirksame Extrakt wird aus gewaschenen und anschließend getrockneten Ginsengwurzeln hergestellt, denn frischer Ginseng schimmelt innerhalb weniger Tage.

Medizinische Wirkung von Ginseng

Der Ginsengwurzel werden vielfältige Wirkungen zugeschrieben:

  • Atemwegserkrankungen: Kanadische Wissenschaftler fanden heraus, dass Ginseng Erkältungen tatsächlich verkürzt und milder verlaufen lässt, außerdem die Symptome bei Asthma und Heuschnupfen lindert.

  • Krebstherapien: US-amerikanische Studien haben gezeigt, dass Ginseng Krebskranken helfen kann, ihre Therapien besser zu verkraften. Ginseng lindert ihre bleierne Müdigkeit (Fatigue-Syndrom) und regt die Produktion von Glückshormonen an, die das Wohlbefinden steigern.

  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Ginsenoside wirken antibakteriell und antiviral. Wenn Ginseng-Präparate mindestens 1,5 Prozent Ginsenoside enthalten, können sie chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Rheuma deutlich mildern.

  • Konzentration: Ginsenoside animieren Gehirn-Zellen, mehr Zucker aufzunehmen und können so helfen, sich besser zu konzentrieren und komplexer zu denken.

Dass Ginseng die Potenz des Mannes steigern könne, ist ebenso wenig belegt wie eine Wirksamkeit bei Wechseljahresbeschwerden der Frau oder ein lebensverlängernder Effekt.

Ginseng-Produkte: Wirksam als Kapsel

Wirksame Extrakte werden in der Regel in Form von Kapseln angeboten. Tinkturen, Tees, Shampoos und Kosmetikprodukte sind dagegen eher Wellnessprodukte.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen bei Einnahme

Länger als drei Monate sollten Ginsengprodukte nicht eingenommen werden. Die Dosis sollte ein bis zwei Gramm Extrakt pro Tag nicht überschreiten. Mögliche Folgen bei einer Überdosierung:

  • Bluthochdruck
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfälle

Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sollten vor der Einnahme von Ginsengpräparaten mit ihrem Arzt sprechen. Und wer blutverdünnende Medikamente einnimmt, darf Ginsengextrakte nicht verwenden, denn Ginsenoside verändern die Blutgerinnung.

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Experten zum Thema

Dr. Jörn Klasen, Facharzt für Innere Medizin, Anthroposophische Medizin, Naturheilverfahren, Dipl. Heilpädagoge
Medizinicum Hamburg (Klinikum Stephansplatz)
Stephansplatz 3
20354 Hamburg
(040) 32 08 83 10
www.medizinicum.de

Gesine Wischmann, Geschäftsführerin
FloraFarm GmbH
Bockhorn 1
29664 Walsrode
(05162) 13 93

Birgit Steinke, Apothekerin 
Rathaus Apotheke Bargteheide
Rathausstraße 11
22941 Bargteheide
(04532) 31 11

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