Giftige Spinnen: Was hilft gegen Bisse?
In Deutschland siedeln sich immer mehr giftige Spinnen an - neben der heimischen Kreuzspinne zum Beispiel die Dornfingerspinne, die Hauswinkelspinne, die Kräuseljagdspinne und die Europäische Schwarze Witwe. Diese Arten kannte man früher nur aus südlichen Ländern. Durch den Klimawandel haben sie hierzulande ein neues Zuhause gefunden. In der Regel verlaufen Spinnenbisse glimpflich, doch vereinzelt kommt es zu allergischen Reaktionen, Wundinfektionen oder Muskelkrämpfen.
Wann Spinnen zubeißen
Es gibt verschiedene Ursachen, warum Spinnen beißen: Sie verirren sich im Haus, gelangen bei der Gartenarbeit auf den Körper oder ihr Nest wird zerstört. Solange sie nicht in die Enge getrieben werden oder ihr Nest verteidigen müssen, gehen Spinnen Menschen aus dem Weg. Angriffslustig sind sie nicht. So kommt es nur sehr selten zu einem hautnahen Aufeinandertreffen.
So gefährlich sind Spinnenbisse
Typisch für einen Spinnenbiss sind zwei nur mit einer Lupe erkennbare Einstichpunkte. Die Beißwerkzeuge der Spinne graben sich durch die Haut und sondern dabei ein je nach Spinnenart mehr oder weniger starkes Gift ab. Ähnlich wie ein Bienen- oder Wespenstich kann das Gift zu allergischen Reaktionen führen. Wird die Wunde aufgekratzt, können Bakterien eine gefährliche Wundinfektion auslösen, die mitunter sogar eine Operation erfordert.
Diese Giftspinnen leben in Deutschland
- Eine heimische Giftspinne ist die Kreuzspinne. Mit ihrem schwachen Gift und ihren kurzen Klauen ist sie für den Menschen in der Regel ungefährlich.
- Die Dornfingerspinne, auch als Ammen-Dornfinger bezeichnet, hat Klauen, die mühelos die menschliche Haut durchdringen. Die Nester der Dornfingerspinne sind so groß wie ein Taubenei, bestehen aus feinen Fäden und hängen zwischen Grashalmen oder im Gebüsch. Das Weibchen legt Ende Juli bis Anfang August seine Eier ins Nest und bewacht es, bis die jungen Spinnen Ende September schlüpfen.
- Die Schwarze Witwe spinnt unregelmäßige Netze in Bodennähe und lauert unter einem Stein verborgen auf Beute. Verfängt sich ein Beutetier im Netz, wird es mit einem Biss getötet. Die Gefährlichkeit des Nervengifts für den Menschen ist umstritten. Etwa 20 Minuten bis zwei Stunden nach dem Biss kann es zu krampfartigen Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Bluthochdruck und anhaltenden Muskelkrämpfen kommen.
- Die Hauswinkelspinne und die Kräuseljagdspinne jagen nachts in Gebäuden und wurden erst 2005 erstmals in Deutschland gesichtet.
- Inzwischen taucht auch die Europäische Schwarze Witwe vereinzelt in Deutschland auf. Sie gehört zu den Webspinnen und ist an 13 hell umrandeten roten Flecken auf dem Hinterleib zu erkennen.
Hitze hilft gegen Spinnenbisse
Sollte es tatsächlich einmal zu einem Spinnenbiss kommen, empfehlen Experten den Einsatz eines Mückenstifts (rund 10 Euro in der Apotheke). Das Gerät hat an seiner Spitze eine heiße Metallplatte, die direkt auf die Bisswunde gepresst wird, und das Gewebe gerade so weit erhitzt, dass die giftigen Eiweiße zerstört und unschädlich gemacht werden. Das funktioniert bei Spinnengift genauso gut wie bei Mücken-, Wespen- oder Bremsenstichen. Nach einem Spinnenbiss sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Wichtig: Spinnenbisse nicht aufkratzen, damit keine gefährlichen Bakterien in die Wunde gelangen.