Stand: 06.03.2020 12:35 Uhr  | Archiv

Gewichtszunahme im Alter: Was sind die Gründe?

Fettleibigkeit- vor allem in der Bauchregion ein Gesundheitsrisiko. © Alfred Schauhuber/Helga Lade Foto: Alfred Schauhuber
Bei altersbedingter Gewichtszunahme hilft eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung.

Ab einem Alter von 40 Jahren nehmen viele Menschen an Gewicht zu. Die Gewichtszunahme liegt oft bei einem halben bis ganzen Kilogramm pro Jahr. Als Ursachen nennen Mediziner vielfältige Veränderungen im Körper, zum Beispiel beim Muskelgewicht, im Hormonhaushalt und veränderte Lebensgewohnheiten in der sogenannten Lebensmitte. Vielen fällt es schwer, die Pfunde wieder loszuwerden. Wichtig sind dabei regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Ursachen für Gewichtszunahme im Alter

Für eine altersbedingte Gewichtszunahme gibt es mehrere Ursachen:

  • Energieverbrauch: Ab 30 Jahren sinkt die Muskelmasse pro Jahr um 0,2 bis 1 Prozent. Gleichzeitig steigt der Fettanteil im Körper. Weil Fettzellen weniger Kalorien verbrauchen als Muskelzellen, sinkt der sogenannte Grundumsatz. Dieser ist zum Beispiel bei einem 75-jährigen Mann um bis zu 30 Prozent geringer als bei einem 25-Jährigen.

  • Stoffwechsel: Ab 40 Jahren verringert sich der Stoffwechsel um circa 15 Prozent. Ein Grund sind die Hormone: Bei Frauen sinkt der Östrogenspiegel, bei Männern der Testosteronspiegel. Dadurch wird Muskelmasse abgebaut, der Energieverbrauch sinkt.

  • Bewegung: Mit zunehmendem Alter bewegen sich viele Menschen weniger. Auch dadurch kann sich die Muskelmasse reduzieren. Ein Abbau der Muskulatur führt zu einem niedrigeren Kalorienverbrauch.

Wer jeden Tag etwas mehr isst, als er oder sie verbraucht, nimmt zu: Liegt die Mehraufnahme im Durchschnitt bei nur 19 Kalorien pro Tag, summieren sich die überschüssigen Kalorien nach einem Jahr auf eine Gewichtszunahme von einem Kilogramm.

Folgen einer altersbedingten Gewichtszunahme

Führen altersbedingte Veränderungen zu Übergewicht, hat dies Einfluss auf Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte. Diese Erkrankungen können die Folge sein:

Übergewicht mit BMI und Bauchumfang feststellen

Ob Übergewicht vorliegt, lässt sich mit dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Bauchumfang ermitteln:

  • Der BMI wird berechnet, indem man das eigene Körpergewicht durch das Quadrat seiner Körpergröße in Metern teilt. Beispiel: Ist eine Frau 1,69 Meter groß und 85 Kilogramm schwer, dann hat sie einen BMI von "85 : (1,69 x 1,69) = 29,8". Ab einem BMI von 25 und höher handelt es sich um leichte Fettleibigkeit (Präadipositas), ab einem BMI von 30 um Fettleibigkeit (Adipositas).

  • Laut Weltgesundheitsorganisation sollten Frauen ab einem Bauchumfang von 88 Zentimetern abnehmen, Männer ab 102 Zentimetern. Der Grund: Fettgewebe im Bauchbereich produziert krankmachende Hormone. Sie fördern hohen Blutdruck und unterschwellige Entzündungen. Zudem lösen sich aus dem Bauchfett leichter Fettsäuren, die in den Blutkreislauf übergehen und das Herz schädigen können.

Übergewicht mit Bewegung und ausgewogener Ernährung senken

Um Übergewicht zu reduzieren, sind Bewegung und eine ausgewogene, fettarme Ernährung wichtig. Auf den Speiseplan gehören mehr gesundes Eiweiß, weniger ungesunde Kohlenhydrate und weniger Süßigkeiten.

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Experten zum Thema

Dr. Songül Gräfendorf, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Ernährungsmedizin, Sportmedizin
Fahltskamp 6
25421 Pinneberg
(04101) 224 23 
www.dr-graefendorf.de

Dr. med. Matthias Riedl, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe
medicum Hamburg 
Beim Strohhause 2
20097 Hamburg
(040) 80 79 79 0
www.medicum-hamburg.de

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Visite | 10.03.2020 | 20:15 Uhr

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