Stand: 01.08.2017 10:50 Uhr

Gesundes Unkraut richtig zubereiten

Unkraut wächst überall und wird meist unterschätzt. Dabei ist es reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen. Unkraut ernten kann jeder, doch nicht überall sollte man Unkraut pflücken: nicht in der Nähe von Industrie, Straßen, intensiv landschaftlich genutzten Flächen oder Hundespazierwegen. Auf jeden Fall sollte man die zum Verzehr geeigneten Pflanzen wirklich gut kennen. Man muss sie eindeutig identifizieren und von anderen, vielleicht ähnlichen Wildkräutern, unterscheiden können.

Unkraut - lecker und gesund

Wiesen-Bärenklau wirkt beruhigend

Der Wiesen-Bärenklau enthält viel Eisen, Kalzium und Vitamin C, hat aber einen "bösen" Verwandten - den Riesen-Bärenklau. Dieser kann durch Berührung schwere Verbrennungen verursachen. Zu erkennen ist er durch besonders spitze Blätter und seine enorme Größe. Ausgewachsen ist Riesen-Bärenklau circa drei Meter hoch, während der Wiesen-Bärenklau nur bis zu einer Höhe von eineinhalb Metern wächst.

Von Mai bis in den Juli hinein lassen sich die Blätter und Blattstiele, später die jungen Blüten ernten. Beim Ernten sollte man allerdings vorsichtig sein und Handschuhe tragen. Empfindliche Menschen können eine leichte Hautrötung bekommen, eine Wiesendermatitis. Aus dem Wiesen-Bärenklau lässt sich zum Beispiel eine köstliche Pastasoße zubereiten. Die Bärenklau-Soße schmeckt würzig, ein bisschen wie Stangensellerie und ist vor allem gesund. Der Wiesen-Bärenklau wirkt sehr beruhigend, fördert die Verdauung, soll den Blutdruck senken und auch Menstruationsbeschwerden lindern.

Giersch enthält viel Vitamin C

Für einen Wildkräutersalat mit Tomaten und Schafskäse eignen sich viele Pflanzen - zum Beispiel Giersch: Er wird auch Vitamin-C-Kraut genannt und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Giersch wird oft bei Gicht eingesetzt. Am Blatt lässt er sich gut von anderen Doldenblütlern unterscheiden: Das Giersch-Blatt hat drei Teile, die noch in jeweils sieben Teile unterteilt sind. Geerntet werden die Blütenknospen und junge Blätter.

Vogelmiere kann Juckreiz lindern

Eine weitere Zutat für den Salat kommt aus dem Garten: die Vogelmiere. Wegen seines hohen Saponingehalts eignet sich dieses Kraut, um Juckreiz zu lindern - zum Beispiel bei Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Knoblauchrauke bei Entzündungen und Erkältungen

Der Knoblauchrauke wird eine lindernde Wirkung bei Erkältungen und Entzündungen nachgesagt. Ihre Blätter haben besonders vor der Blüte ein intensives Knoblaucharoma. Ihre Stängelblätter sehen im Umriss dreieckig aus und sind sehr scharf gezackt. Darunter hat sie Grundblätter, die im Umriss eher halbkreisförmig bis nierenförmig aussehen.

Löwenzahn: Reich an Vitamin A

Der Löwenzahn regt die Verdauung an und hilft bei Völlegefühl oder Blähungen. Löwenzahn wirkt auch harntreibend (diuretisch) und ist reich an Vitamin A. Er enthält etwa 40 Mal so viel wie ein normaler Kopfsalat.

Unkraut richtig zubereiten

Ganz wichtig: Alle Kräuter müssen gründlich gewaschen werden. Auch ein grüner Smoothie wird, aufgewertet mit Löwenzahn und Co, zu einer Vitaminbombe.

Eine Frau hält Unkraut in ihrer Hand.

Gesundes Unkraut richtig zubereiten

Visite -

Unkraut wie Löwenzahn, Giersch und Bärenklau ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und bioaktiven Pflanzenstoffen. Wie schmeckt das gesunde Kraut am besten?

4,7 bei 10 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Rezepte

Grüner Smoothie

Wildkräuter wie Giersch, Sauerampfer, Pimpernelle, Vogelmiere und Löwenzahn sind die Basis für dieses gesunde Getränk. Dazu kommen Möhren, Ingwer, Mandelmilch und -mus. mehr

Wildkräuter-Salat

Wildkräuter sind viel zu schade, um sie zu bekämpfen und vertrocknen zu lassen. Mit Tomaten und Schafskäse wird daraus ein leckerer Sommersalat. mehr

Linguine mit Wiesen-Bärenklau-Soße

Die jungen Blätter und Stängel des Wiesen-Bärenklaus eignen sich hervorragend als Gemüse. Mit Sahne wird daraus eine feine Nudelsoße. mehr

Weitere Informationen
mit Video

Salat und Öl aus Wildkräutern herstellen

Viele halten Löwenzahn, Giersch und Brennnessel für Unkraut. Gärtner Peter Rasch zeigt, was man aus den Wildkräutern Kräuteröl und Salz herstellen kann. mehr

Natürlich gesund: Sauerampfer

Für viele Gartenbesitzer ist Sauerampfer einfach nur Unkraut. Doch in dieser Pflanze stecken gesunde Inhaltsstoffe. Aus dem Kraut lassen sich zudem tolle Gerichte zaubern. mehr

Womit entfernt man Unkraut am besten?

Wer Unkraut entfernen möchte, kann dafür Werkzeug aus dem Fachhandel verwenden. Mit welchen Geräten klappt es am besten? Markt macht den Praxistest im Garten. mehr

Interviewpartner im Beitrag:

Interviewpartner im Beitrag:
Dr. Anne Fleck, Internistin, Rheumatologin
Mail: info@docfleck.com
Internet: www.docfleck.com

Dr. Katharina Henne, Biologin
E-Mail: katharina.henne@anu-hamburg.de

Lore Otto, Biologin und Umweltpädagogin
E-Mail: lore.otto@arcor.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 01.08.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

06:03
02:53
04:05

Interview: Was tun bei Rückenschmerzen?

15.08.2017 20:15 Uhr
Visite