Stand: 24.07.2020 12:12 Uhr  - Visite

Gesundes Eis selbst zubereiten

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Acht Liter Speiseeis verzehren die Deutschen durchschnittlich pro Jahr.

Speiseeis ist beliebt: In Deutschland verzehrt jeder durchschnittlich mehr als acht Liter im Jahr. Eis wird in mehr als 70 Geschmacksrichtungen angeboten - als Milchspeiseeis, Wassereis, Frucht-Sorbet oder Frozen Joghurt. Die beliebtesten Sorten sind Vanille, Schokolade und Erdbeere. Speiseeis ist ein sehr empfindliches Lebensmittel, da es aus leicht verderblichen Zutaten wie Milch, Sahne, Joghurt, Ei oder zerkleinerten Früchten besteht und weil Fehler in der Kühlkette zu Hygieneproblemen führen können.

Gesundes Eis selbst zubereiten

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Eis ist lecker, enthält aber meist viel Zucker und Fett. Wie erkennen Verbraucher Speiseeis von guter Qualität? Und wie lässt sich Eis mit gesunden Zutaten kalorienarm zubereiten?

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Zusatzstoffe im Eis

Einige Hersteller verwenden Zusatzstoffe, um das Aussehen und den Geschmack von Eis zu beeinflussen:

  • Manche Inhaltsstoffe verändern den Gefrierpunkt, damit das Eis cremig bleibt.

  • Emulgatoren sorgen dafür, dass Schokoladenüberzug nicht sofort schmilzt. Sie sind oft als Fettfilm auf der Zunge zu spüren. Doch Emulgatoren können die Verdauung belasten und zu Bauchschmerzen führen.

  • Wird eine bestimmte Geschmacksrichtung ausschließlich mit Aromen erzielt, muss der Hersteller mit Angaben wie "mit Himbeer-Geschmack" oder "mit Himbeer-Aroma" darauf hinweisen.

  • Auch Farbstoffe müssen mit einem Hinweis ("mit Farbstoff") deklariert werden. Enthält das Eis sogenannte Azofarbstoffe (zum Beispiel E102, E104, E110, E122, E124 oder E129), ist der zusätzliche Hinweis "Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" vorgeschrieben.

  • Die 14 wichtigsten Allergene müssen ebenfalls angegeben werden.

Während industriell hergestelltes Speiseeis aus dem Supermarkt die Hinweise auf der Verpackung trägt, sind sie in Eisdielen in der Regel auf Schildern neben dem Eis, in einem Aushang oder auf Info-Karten zu finden.

Viel Zucker und Fett im Speiseeis

Ein leichter Genuss ist Speiseeis meistens nicht: Zum Beispiel haben zwei Kugeln Schokoladeneis bereits 240 Kalorien. Das liegt vor allem am Zucker und am hohen Fettanteil:

  • Zucker hemmt das Gefrieren und sorgt so dafür, dass Eis nicht zu fest wird.

  • Fett sorgt für eine cremige, lockere Konsistenz.

  • Da Pflanzenfette billig und in der Regel geschmacksneutral sind, können Hersteller den Geschmack ihrer Produkte so zudem in jede gewünschte Richtung beeinflussen. Allerdings benötigen sie beim Einsatz von Pflanzenfett mehr Aromastoffe. Besonders oft wird Kokosfett verwendet, das viele gesättigte Fettsäuren enthält, zum Teil auch eher ungesunde Transfette.

Sorbets enthalten weniger Fett als Milchspeiseeis, Sorbets mit Zitrusfrüchten dafür oft viel Zucker.

Hochwertiges und frisches Eis erkennen

Hochwertiges Eis hat eine glatte Oberfläche und wirkt cremig. Ist es bröckelig, ist das ein Anzeichen dafür, dass es schon älter ist und ein zweites Mal aufgetaut wurde. Das kann problematisch sein, da sich dabei Keime vermehren können. Auch in nicht ausreichend gekühltem und daher sehr weichem Eis können sich zum Beispiel Salmonellen ausbreiten.

Auffallend helles Eis kann auf einen zu geringen Fruchtanteil hindeuten, sehr kräftige Farbtöne dagegen auf den Einsatz von Farbstoffen.

Gutes Eis schmeckt aromatisch, aber weder zu süß noch künstlich. Wirkt das Eis unnatürlich cremig, deutet das auf den Einsatz von Zusatzstoffen und Fett hin.

Zucker reduzieren: Süßen mit Früchten

Frisches Eis selbst herzustellen ist nicht schwierig. Praktisch ist dafür eine Eismaschine, aber es geht auch ohne. Damit das Eis schön cremig wird, muss es während des Gefrierens regelmäßig - etwa alle 30 Minuten - umgerührt werden.

Um den Zuckergehalt von Speiseeis zu reduzieren, können als alternative Süßungsmittel Birkenzucker oder Stevia verwendet werden. Stevia ist seit 2011 in der EU als kalorienfreies Süßungsmittel zugelassen und hat eine etwa 300 Mal stärkere Süßkraft als Zucker. Außerdem kann man auf Zucker verzichten oder ihn stark reduzieren, wenn man das Eis durch süße, reife Früchte auf natürlichem Weg süßt. Dann ist es besonders erfrischend.

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Experten zum Thema

Monika Lüskow
Diplom-Ökotrophologin
www.monikalueskow.de

Ira Junge
Eisbüttel
Lutterothstraße 45
20255 Hamburg-Eimsbüttel
www.eisbuettel.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.07.2020 | 20:15 Uhr

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