Gesunder Schlaf: Welche Bettdecke ist die richtige?

Stand: 05.02.2021 10:29 Uhr

Größe und Material sind bei einer Bettdecke entscheidend, um sich im Schlaf gut erholen zu können. Doch nicht jede Decke ist für jeden Menschen geeignet. Welche Bettdecke ist für wen die beste?

Grundsätzlich gilt: Die Decke sollte 30 Zentimeter länger sein als man selbst. Wer größer als 1,80 Meter ist, dem dürfte eine Zwei-Meter-Standard-Decke nicht ausreichen - besser ist eine 2,20 Meter lange Bettdecke.

Decken sollten Feuchtigkeit aufnehmen

Mit unserer Körperwärme heizen wir die Luft in und unter der Decke auf - 32 Grad sind ideal. Eine gute Decke sollte diese Temperatur halten. Nachts geben wir 500 Milliliter Wasserdampf über unsere Haut ab. Eine Bettdecke sollte diese Feuchtigkeit aufnehmen und an die Raumluft weiterleiten - sonst staut sich die Nässe. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch ungesund sein: Staunässe stört die Schlaftiefe, was zur Folge hat, dass man sich im Schlaf nicht gut erholt. Das wiederum kann zu erhöhtem Blutdruck führen und das Immunsystem schwächen. Um das zu verhindern, braucht jeder Schlaftyp eine andere Decke.

Daunen-Decken sind besonders warm und leicht

Günstige Daunen-Decken unter 100 Euro bestehen in der Regel aus einer Mischung von Daunen und Federn, wobei der Daunenanteil meistens höher ist. Vor dem Kauf darauf achten, dass es sich bei der Federfüllung nicht um Lebend-Rupf handelt, der schmerzhaft für die Tiere ist, sondern die Federn von bereits toten Gänsen stammen. 

Daunendecken sind besonders warm, kuschelig und leicht und damit besonders geeignet für Schläfer, die eher zum Frieren neigen und darum einen höheren Wärmebedarf haben. Wer allerdings schnell schwitzt, für den sind Daunen und Federn weniger geeignet. Denn sie nehmen zwar Feuchtigkeit auf, leiten diese aber schlechter ab als andere Füllungen.

Naturhaar-Decken nehmen viel Feuchtigkeit auf

Naturhaar-Decken sind in der Regel mit Schafwolle, Kaschmir oder Kamelhaaren gefüllt - und deutlich schwerer als Daunendecken. Die Naturhaare haben einen gewissen Eigengeruch. Das liegt am natürlichen Wollfett (Lanolin), dass die einzelnen Haare umgibt. Bei Gebrauch verfliegt dieser Geruch jedoch und die Decke nimmt den Eigengeruch des Menschen an. 

Naturhaar-Decken halten so warm wie Daunen, sind aber nicht so fluffig. Dafür können sie viel Feuchtigkeit aufnehmen und diese schnell wieder abgeben.

Pflanzenfaser-Decken wirken klimatisierend

Decken ohne tierische Bestandteile sind mit zu Vlies verarbeiteter Holz-Zellulose (Lyocell), Baumwolle, Leinen oder Hanf gefüllt. Solche Decken sind nur wenig bauschig. 

Pflanzenfaser-Decken halten die Wärme nicht so gut, sind aber waschbar. Weil sie besonders viel Feuchtigkeit speichern und auch wieder abgeben können, wirken sie klimatisierend. 

Synthetik-Decken nehmen wenig Feuchtigkeit auf

Synthetik-Decken sind mit Polyester gefüllt, das aus Erdöl hergestellt wird. Polyesterfaser-Decken sind waschbar und pflegeleicht. Der Nachteil ist, dass sie ziemlich wenig Feuchtigkeit aufnehmen, man neigt unter Synthetik-Decken also eher zum Schwitzen. Die meisten Synthetik-Decken halten zudem trotzdem nicht sehr warm. 

Pflanzenfaser- und Polyester-Decken für Hausstaub-Allergiker

Neben Decken mit Pflanzenfaser-Füllungen sind Polyester-Decken ideal für Hausstaub-Allergiker - ihnen macht nicht die Hausstaub-Milbe selbst zu schaffen machen, sondern deren Kot: Der kann zu verstopfter Nase am Morgen, Schnupfen, Haut-Irritationen und sogar Asthma führen - bis hin zu nächtlicher Atemnot. Darum sollten Allergiker ihre Bettdecke bei mehr als 60 Grad waschen können und der Bezug sollte so eng gewebt sein, dass Milben nicht bis zur Füllung durchkommen.

 

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