Stand: 11.12.2018 10:07 Uhr

Gesunde Matratzen: Tipps zum Kauf

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Eine passende Matratze ist die Grundlage für gesunden Schlaf.

Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Die Grundlage für eine erholsame Nachtruhe ist eine passende Matratze. Welches Modell am besten ist, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe und Körperbau. Auch gesundheitliche Probleme wie ein Bandscheibenvorfall oder eine Hüftoperation spielen eine Rolle. Wichtig sind außerdem die Schlafgewohnheiten: Wer vorwiegend auf dem Rücken oder auf dem Bauch schläft, braucht eine andere Matratze als Seitenschläfer oder Menschen, die sich nachts oft umdrehen.

Ein Mann liegt zur Probe auf einer Matratze

Gesunde Matratzen: Tipps zum Kauf

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Eine gute Matratze ist die Grundlage für einen gesunden Schlaf. Wie unterscheiden sich Modelle mit Federkern, aus Schaumstoff oder Latex? Und was ist von Box-Spring-Betten zu halten?

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Taschenfederkern-Matratze

Gute Taschenfederkern-Matratzen gibt es bereits ab 140 Euro.

  • Vorteile: Sie bieten eine hohe Punktelastizität. Das heißt: Die Matratze gibt nur an den Stellen nach, an denen sie belastet wird. Außerdem sorgt sie für eine gute Durchlüftung. Das kommt Menschen zugute, die im Schlaf stark schwitzen.

  • Nachteile: Taschenfederkern-Matratzen speichern die Wärme nicht so gut. Deshalb sind sie ungeeignet für Menschen, die nachts frieren. Mit der Zeit entstehen Liegekuhlen. Dadurch sinken schwere Körperbereiche wie Becken und Schulter weiter in die Matratze ein, als es für eine gerade Wirbelsäule und für die Erholung der Bandscheiben nötig wäre. Auch für Übergewichtige sind Taschenfederkern-Matratzen deshalb eher ungeeignet.

Schaumstoff-Matratze

Gute Schaumstoff-Matratzen kosten zwischen 200 und 800 Euro. Die von der Stiftung Warentest am besten bewertete Schaumstoff-Matratze ist schon für 199 Euro zu haben.

  • Vorteile: Schaumstoff-Matratzen sind leicht, belastbar und speichern Wärme besser als andere Materialien. Deshalb eignen sich Schaumstoff-Matratzen gut für Menschen, die nachts frieren. Schaumstoff-Matratzen bieten meist eine gute Unterstützung für die Wirbelsäule. Schwere Körperbereiche sinken etwas ein, leichtere Bereiche werden gut gestützt. Eine gute Schaumstoffmatratze sollte im Schulterbereich weicher als im Hüftbereich sein, damit die Schulter gut einsinken kann und das Becken gleichzeitig gestützt wird.

  • Nachteile: Nach einiger Zeit bilden sich in minderwertigen Schaumstoff-Matratzen oft Liegekuhlen. Das beeinträchtigt die Durchblutung der Muskulatur und die Regeneration der Knorpel in Gelenken und Wirbelsäule.

Boxspringbett

Ein Boxspringbett kann mehrere Tausend Euro kosten.

  • Vorteile: Boxspringbetten haben keinen Lattenrost, sondern einen Federkernblock und darüber mindestens eine Matratze mit Federnkern oder aus Schaumstoff. Vom Liegekomfort profitieren vor allem Menschen, die sich im Schlaf oft drehen. Durch leichte Bewegungen werden die Bandscheiben über Nacht gut mit Nährstoffen versorgt. Boxspringbetten sind relativ hoch: Dadurch ist das Ein- und Aussteigen besonders komfortabel.

  • Nachteil: Box-Spring-Betten sind sehr teuer.

Latex-Matratze

Gute Latex-Matratzen kosten zwischen 150 und 750 Euro. Hochwertige Modelle werden nach der Produktion des Matratzenkerns gewaschen, um Allergie-auslösende Stoffe von der Oberfläche zu entfernen.

  • Vorteile: Viele Orthopäden raten zu einer Latex-Matratze, weil sie für eine ausgewogene Position der Wirbelsäule wie im Stand sorgt. Dazu darf der Körper nicht zu stark einsinken, denn dann ist eine Bewegung im Schlaf nicht möglich.

  • Nachteil: Latex-Matratzen sind relativ schwer. Sie lassen sich deshalb nur mit großer Mühe wenden, etwa zum Belüften.

Matratze im Geschäft ausprobieren

Vor dem Kauf einer Matratze sollte man sie ausprobieren - am besten zusammen mit dem eigenen Kopfkissen. Wer beim Probeliegen auf der Seite ein kariertes Oberteil anzieht, kann besser beurteilen, ob sich die Wirbelsäule in gerader Position befindet. Probeliegen ist in guten Bettengeschäften möglich. Inzwischen stellen auch Online-Händler Matratzen zum Testen im eigenen Schlafzimmer zur Verfügung.

Matratze regelmäßig auslüften

Damit eine Matratze möglichst lange hält, sollte man sie regelmäßig wenden. So kann sie an der Ober- und Unterseite gleichmäßig auslüften. Für eine gute Luftzirkulation die Matratze nach dem Aufstehen nicht komplett mit einer Tages- oder Daunendecke abdecken, sondern Luft an die Matratze lassen. Nach acht bis zehn Jahren sollte man eine Matratze in der Regel ersetzen.

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Experten zum Thema

Dr. Horst W. Danner, Leitender Arzt
Ambulante Orthopädische Rehabilitation
RehaCentrum Hamburg
Heidenkampsweg 41
20097 Hamburg
(040) 25 30 63-0
www.rehahamburg.de

Stephan Schulze-Aissen
Bettenfachgeschäft P. F. Aissen GmbH & Co. KG
Lange Straße 118-120
27580 Bremerhaven
(0471) 570 41
www.betten-aissen.de

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Visite | 11.12.2018 | 20:15 Uhr

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