Stand: 04.11.2014 12:19 Uhr  | Archiv

Gesünder leben mit der Mittelmeerdiät

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Zur Mittelmeerkost gehört viel Fisch.

Die traditionelle mediterrane Kost gilt seit Langem als ein Schlüssel zu einem besonders gesunden und langen Leben. Die sogenannte Sieben-Länder-Studie von Ancel Keys in den 1950er- und 1960er-Jahren war die erste, die über einen Zeitraum von 15 Jahren in mehreren Ländern die Häufigkeit von Gefäß- und Krebserkrankungen untersucht hat. Besonders gesund waren dieser Studie zufolge die Menschen auf Kreta, und nicht nur das, auch die Lebenserwartung der Menschen schien deutlich erhöht.

Das bestätigt auch eine aktuelle spanische Langzeitstudie an über 7.000 Teilnehmern, die vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung überprüft wurde. Die Teilnehmer, die sich mediterran ernährten und dazu mit Nüssen oder Olivenöl eine Extraportion gesundes Fett zu sich nehmen sollten, erlitten deutlich weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle und erkrankten auch weniger an Diabetes. Sogar vor Alzheimer soll die gesunde Kost schützen.

Viel Fisch, reichlich Obst und Gemüse

Zur Mittelmeerkost gehören viel Fisch, reichlich Obst und Gemüse der Saison und ein Glas Rotwein. Durch den hohen Verbrauch an Olivenöl ist die Mittelmeerkost alles andere als fettarm. Allerdings handelt es sich bei diesen Fetten fast ausschließlich um gesunde ungesättigte Fettsäuren. Die Ernährung der Mittelmeeranrainer verbessert die Blutfettwerte, reguliert den Blutdruck, hemmt Entzündungen und schützt die Zellen vor Schadstoffen.

Salate enthalten Flavonoide, denen entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben werden. Fisch wie Forelle oder Lachs liefern wichtige Omega-3-Fettsäuren. Wer den intensiven Geschmack des Olivenöls nicht mag, kann stattdessen auch heimisches Rapsöl verwenden. Wichtig sind nicht nur die einzelnen Lebensmittel, sondern auch das Prinzip: Frisch, regional, saisonal und abwechslungsreich soll die Ernährung sein. Auch Hülsenfrüchte sollten häufig auf dem Speiseplan stehen. Gewürzt wird mit Knoblauch, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin und anderen frischen Kräutern - das spart Salz.

Interviewpartner

Prof. Dr. Michael T. Heneka
Leiter des Interdisziplinären Klinischen Behandlungs- und Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
Universitätsklinikum Bonn
Klinik und Poliklinik für Neurologie, Klinische Neurowissenschaften
Sigmund-Freud-Straße 25
53105 Bonn
Internet: www.henekalab.com

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Hans-Georg Joost
Wissenschaftlicher Vorstand
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIFE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Internet: www.dife.de

Helga Strube
Ernährungsmedizinische Beraterin DGE,
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS
Achterstraße 30
28359 Bremen
Internet: www.bips-institut.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 04.11.2014 | 20:15 Uhr

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