Stand: 24.07.2017 15:11 Uhr  | Archiv

Gelenkschmerzen durch Strecken lindern

Abgenutzte oder blockierte Gelenke können so starke Beschwerden verursachen, dass sie die Beweglichkeit im Alltag stark einschränken. Typische Symptome sind Mühe beim Aufstehen und Schmerzen bereits beim Sitzen oder nach wenigen Schritten. Besonders die flachen Gelenke sind betroffen, zum Beispiel zwischen Wirbelsäule und Becken. Häufig ist das Iliosakralgelenk (ISG) blockiert und schmerzt. Eine andere Problemzone sind die kleinen Wirbelgelenke, auch Facettengelenke genannt. Sie sitzen links und rechts in der Wirbelsäule und sind beim Beugen des Körpers beteiligt. Wenn der Rücken blockiert, also in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, sprechen Ärzte von einer funktionellen Störung. Sie ist harmlos, kann aber Schmerzen verursachen - und die können chronisch werden.

Ursache für Blockaden

Besonders Menschen, die viel sitzen, leiden unter Verspannungen und Schmerzen im Rücken. Die Ursache ist natürlicher Verschleiß: Mit zunehmendem Alter werden die Bandscheiben trocken und dünn. Dadurch sackt die Wirbelsäule in sich zusammen und die Wirbelgelenke verkanten. Als Folge verspannt die umliegende Muskulatur und das sorgt für Schmerzen. Sind Wirbelkörper blockiert, sitzen sie fest und unbeweglich aufeinander. In der Folge müssen die Wirbel darüber und darunter mehr arbeiten und werden dadurch überlastet.

Wirbelsäule sanft strecken

Lösen sich schmerzhafte Blockierungen nicht innerhalb kurzer Zeit, muss man sie behandeln lassen. Dabei kann eine sogenannte Traktion helfen: Der Therapeut zieht die Wirbelsäule des Patienten sanft auseinander. Dadurch werden im Rücken die Gelenke gelöst und in die richtige Position geschoben. Das Strecken ist nicht schmerzhaft. Nach der Traktion muss der Erkrankte regelmäßig die tiefe Rückenmuskulatur trainieren - zum Beispiel auf wackeligem Untergrund oder mit einem schwingenden Stab.

Hüftgelenk durch Traktion entlasten

Traktion hilft auch bei Hüftgelenkverschleiß: Dabei zieht der Therapeut das Bein vorsichtig aus der Hüftpfanne heraus. Durch den sanften Zug werden die Gelenkflächen nur Millimeter voneinander entfernt. Der Druck wird gemindert, der Schmerz lässt nach und es kommt zu einer Entspannung der Gelenkkapsel und der umliegenden Muskeln und Bänder. Traktion und anschließende Dehnung sorgen also für mehr Beweglichkeit.

Schmerzen bei Arthrose lindern

Heilen lässt sich ein Gelenkverschleiß in der Hüfte nicht. Sie kann aber Schmerzen lindern. Bei Hüftarthrose ist zudem ein gezieltes Muskeltraining erforderlich, denn der Betroffene nimmt eine Schonhaltung ein und bestimmte Muskelgruppen an der Innenseite des Oberschenkels verkürzen sich. Die Muskeln an der Außenseite sind dann überdehnt.

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