Stand: 23.08.2016 17:02 Uhr  | Archiv

Gefährlicher Küchenhelfer? Alufolie in der Kritik

Sie ist als praktischer Helfer aus dem Alltag kaum wegzudenken: Ob Pausenbrot, Lieferessen oder Grillsalat - mit Alufolie lässt sich so ziemlich alles Essbare schnell einwickeln, verpacken und abdecken. Doch inzwischen sind Zweifel an der Unbedenklichkeit des Materials aufgekommen: So steht Aluminium mittlerweile im Verdacht, an Alzheimer und der Entstehung von Brustkrebs beteiligt zu sein.

Aluminiumspuren reichern sich im Körper an

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Alufolie sollte man sehr sparsam einsetzen.

Einen einwandfreien Nachweis gibt es zwar noch nicht, doch die Hinweise sind für Mediziner deutlich erkennbar: So fand man in den geschädigten Gehirnzellen verstorbener Alzheimer-Patienten überdurchschnittlich hohe Ablagerungen von Aluminium, Spuren des Metalls waren auch in den Lymphknoten von Brustkrebs-Patientinnen. In den Körper gelangt es dabei meist über die Nahrung. Aber auch verschiedene Medikamente, beispielsweise Gels gegen Sodbrennen und verschiedene Kosmetikartikel, enthalten Aluminium. Das meiste davon kann über die Nieren wieder ausgeschieden werden, doch kleinste Mengen des Metalls bleiben im Körper zurück und lagern sich dort mit der Zeit ab. Dabei ist es ziemlich schwierig, dem allgegenwärtigen Leichtmetall aus dem Weg zu gehen: Selbst wer die Folie meidet und nur Deos ohne Aluminium benutzt, nimmt dennoch Spuren über das Trinkwasser, Gemüse und indirekt auch über belastetes Tierfutter auf.

Saures und Salziges nie in Alu lagern

Mit einigen Tipps kann man die Aluminiumaufnahme allerdings deutlich reduzieren. Saure und salzige Lebensmittel wie Obst, Käse und Schinken sollten vorsorglich nie in Alufolie aufbewahrt werden, denn solche Nahrungsmittel zerstören eine feine Oxid-Schicht auf dem Metall, sodass sich das Aluminium ungehindert im Essen ablagert. Joghurtbecher-Deckel und Tuben sind hingegen weitestgehend unbedenklich, da das Metall hier mit einer unsichtbaren Schutzschicht überzogen wird, um die Produkte haltbarer zu machen.

Vorsicht mit Alu-Backblechen

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Warmes Essen und Aluminium: keine glückliche Kombination.

Vorsicht geboten ist aber bei Schlemmerfilets und anderen Fertiggerichten, die mit einer Schale in den Ofen gelegt werden, denn Hitze verstärkt den Prozess des Ablösens. Hier sollte man sein Mittagessen daher lieber aus der Fertigschale nehmen und mit Backpapier in eine Auflaufform legen. Auch bei Laugenbrezeln lauert mitunter Gefahr: Benutzt der Bäcker kein Backpapier und landen die Brezeln direkt auf dem Aluminiumblech, kommt es nach einer aktuellen Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auch hier zu Spitzenwerten. Demnach ist jede fünfte Laugenbrezel so hoch belastet, dass sie als nicht mehr verkehrsfähig gilt.

Alternativen zu Alu

Im eigenen Haushalt kann man die klassische Alufolie am besten durch gewachstes Papier, Frühstücksbeutel, Frischhaltefolie oder Plastikdosen ersetzen - denn auch das Aluminium von der Rolle hat keine Schutzschicht.

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