Stand: 05.07.2018 20:00 Uhr  | Archiv

Forscher warnen vor Zecken-Höchststand

In diesem Sommer wird es besonders viele Zecken geben. Das haben Experten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) mit Standort in Braunschweig berechnet. Die Experten haben ein Modell mitentwickelt, mit dem sie die Zeckendichte bereits im Winter für den jeweils kommenden Sommer voraussagen können. "Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben", warnte DZIF-Forscher Gerhard Dobler.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken sind Überträger für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer viralen Hirnhautentzündung, und Borreliose. Das Risiko, an einer dieser Infektionen zu erkranken, sei in diesem Sommer besonders hoch, so Dobler. Während es für die FSME eine vorbeugende Impfung gibt, steht für die Borreliose kein Impfstoff zur Verfügung.

Wie können Zeckenstiche vermieden werden?

Zecken halten sich vor allem auf Gräsern oder Blättern auf. Wer diese Bereiche meidet oder sich mit der richtigen Kleidung schützt, mindert das Risiko eines Zeckenstichs. Geschlossene Kleidung und das Tragen der Socken über den Hosenbeinen ist in diesen Bereichen sinnvoll. Zecken haben es so schwerer, unter die Kleidung zu krabbeln. Auch die Anwendung von Zeckensprays kann helfen.

Was tun beim Zeckenstich?

Zecken werden am besten mit einer spitz zulaufenden oder gebogenen Zecken-Zange oder Zecken-Pinzette entfernt. Der Schädling wird dicht an der Haut umfasst und langsam senkrecht heraus gezogen. Auf Hilfsmittel wie Nagellackentferner oder Alkohol sollte auf jeden Fall verzichtet werden. Sie schaden eher, da sich die sterbende Zecke übergibt oder Speichel in die Wunde absondert. Das erhöht das Risiko einer Borreliose-Infektion.

Wie hoch ist die Infektionsgefahr?

Je schneller eine Zecke entfernt wird, um so geringer ist das Risiko einer Übertragung von FSME oder Borreliose. Das heißt aber nicht, dass jeder Stich zu einer Erkrankung führt: Nur ein Teil der Zecken ist Krankheitsüberträger. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Hier hilft es nur, die Einstichstelle auf ringförmige Rötungen zu untersuchen. Diese können Stunden, aber auch erst Wochen nach dem Stich auftreten. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 29.06.2018 | 06:30 Uhr

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