Stand: 29.01.2018 11:12 Uhr  | Archiv

Diese Übungen helfen bei Fersenschmerzen

Bisher gingen Experten davon aus, dass der Fersensporn den Schmerz in der Ferse auslöse und deshalb entfernt werden müsse. Doch inzwischen weiß man: Zu den Schmerzen kommt es durch eine chronisch entzündete Sehnenplatte (Plantarfaszitis). Ist die Sehnenplatte entzündet, versucht der Körper durch Kalkeinlagerungen, die empfindliche Region zu entlasten.

Was hilft gegen einen Fersensporn?

Viele Jahre gehörten Kortison-Spritzen zur Standardtherapie. Heute werden sie zurückhaltend eingesetzt, denn das Kortison wirkt zwar sehr entzündungshemmend, kann aber zu Stoffwechselveränderungen an der Sehne führen. Im schlimmsten Fall reißt die Sehne.

Einlagen wichtiger Bestandteil der Therapie

Wichtig ist die vorübergehende mechanische Unterstützung des Fußes durch Einlagen. Der Arzt stellt dafür ein Rezept aus, ein Orthopädietechniker fertigt die Einlagen individuell an. Sie führen durch kleinste Veränderungen der Fußhaltung zu einer geringeren Belastung und lindern so die Schmerzen.

Weitere Informationen

Chat-Protokoll: Fersensporn

Ein Fersensporn ist schmerzhaft. Was hilft dagegen? Prof. Dr. Christina Stukenborg-Colsman hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Dehnübungen gegen Fußschmerz

Den Fußschmerz lindern können Dehnübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten. Sie sollen die Fußmuskulatur kräftigen und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Betroffene sollten die Übungen auch zu Hause durchführen - mindestens dreimal täglich, über mehrere Wochen. Zusätzlich können Massagen Blockaden und Verspannungen lösen, Muskeln, Bänder und Sehnen dehnen.

Röntgenstrahlen und Stoßwellentherapie können helfen

Die entzündete Stelle kann mit einer mehrwöchigen Röntgentherapie beruhigt werden. Weil es dabei zu einer erhöhten Strahlenbelastung kommt, ist die Therapie nur für Betroffene über 60 Jahre geeignet.

Bei einer Stoßwellentherapie werden Ultraschallimpulse auf die schmerzhafte Stelle gerichtet. Sie sollen die Entzündungsreaktion hemmen und damit Schmerzen reduzieren. Nicht geeignet ist die Stoßwellentherapie beispielsweise bei Gerinnungsstörungen oder einer gerinnungshemmenden Therapie. Die Kosten von rund 90 Euro pro Sitzung sind eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Sie werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Füße regelmäßig trainieren

Das erneute Auftreten eines Fersensporns kann man mit regelmäßigem Training in vielen Fällen verhindern:

  • Mit den Zehen greifen: Versuchen Sie, mit den Zehen ein kleines Handtuch vom Boden aufzuheben. In der fortgeschrittenen Variante legen Sie Murmeln mit den Zehen in einen Behälter. Durch die Übung gewinnt der Fuß seine ursprüngliche Stabilität zurück. 

  • Gegenstand rollen: Rollen Sie einen kleinen Gegenstand, etwa einen Tennisball oder eine Walnuss, mit der Fußsohle hin und her. Dies trainiert die Bewegungsfähigkeit und sensibilisiert die Nerven.

  • Fuß belasten: Füllen Sie einen Behälter, etwa eine flache Badewanne, mit Kieselsteinen oder Walnüssen. Treten Sie - zunächst im Sitzen - auf einige Kieselsteine oder Walnüsse. Stehen Sie langsam auf und verlagern Sie Ihr Gewicht, um den Fuß an verschiedenen Stellen zu belasten. Das trainiert Nerven, Muskeln und Sehnen. Den gleichen Effekt hat das Balancieren auf einem auf dem Boden liegenden Seil.

  • Fuß dehnen: Legen Sie im Sitzen ein Handtuch um den Fuß und ziehen Sie den Fuß in Richtung Körper. Das Bein sollte dabei gestreckt bleiben, sodass Sie eine Dehnung in der Wade spüren. Alternativ stellen Sie sich mit den Zehen auf eine Treppenstufe und beugen sich langsam nach vorn. Dadurch werden Muskeln und Sehnen gedehnt.

 

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Visite | 30.01.2018 | 20:15 Uhr

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