Stand: 15.02.2019 11:06 Uhr

Extremsport: Was steckt hinter der Lust am Risiko?

Warum klettern Menschen auf die höchsten Berge, stürzen sich von Felsen, um dann im letzten Moment den Fallschirm zu ziehen, oder balancieren in extremer Höhe über ein dünnes Seil? Und warum vermeiden andere Menschen jedes unkalkulierbare Risiko und finden schon Achterbahnfahren zu aufregend? Klar ist, dass die Bereitschaft der Menschen, sich auf der Suche nach neuen, intensiven Erlebnissen auf Risiken einzulassen, sehr verschieden ist.

Drei Männer in einem Wingsuit an einer Felskante.

Extremsport: Die Lust am Risiko

Mein Nachmittag -

Warum riskieren manche in gefährlichen Extremsportarten ihr Leben, während andere extrem risikoscheu sind? NDR WissenChecker Tim Berendonk erklärt, woher die Lust am Risiko kommt.

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"High Sensation Seeker" sind risikobereiter als andere

Psychologen erklären die Lust am Risiko damit, dass Menschen einen Ausgleich suchen für ihren Alltag, der oft von monotoner Arbeit geprägt ist. Sie suchen den Kick im täglichen Einerlei. Die Wissenschaftler unterscheiden "High Sensation Seeker" - also Personen, die bereit sind, für intensive Erlebnisse ein hohes Risiko einzugehen - und "Low Sensation Seeker", also Menschen, die Gefahren eher meiden. Extremsportler sind demnach "High Sensation Seeker".

Die Rolle der Hormone

Heidelberger Wissenschaftler forderten in einem Experiment ihre Probanden auf, sich an einer Kletterwand aus großer Höhe ins Seil fallen zu lassen. Sie fanden heraus, dass bei "Low Sensation Seekern" in gefährlichen Situationen das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet wird. "High Sensation Seeker" empfanden die Aufgabe dagegen als angenehm. Bei ihnen wurden weniger Stresshormone ausgeschüttet. Sie konnten sich dadurch besser konzentrieren und besser reagieren. Die unterschiedlichen Reaktionen des Körpers könnten erklären, warum einige Menschen risikobereiter sind als andere.

Auf der Suche nach dem Flow

Beim Sport werden jede Menge Glückshormone ausgeschüttet. Extremsportler wie auch manche Freizeitsportler beschreiben den Zustand des "Flow", den sie bei Höchstleistungen erreichen: eine totale Konzentration in Verbindung mit einem tiefen Glücksgefühl. Der Begriff geht auf den Psychologen Myhali Czikszentmihalyi zurück. Wer im "Flow" ist, geht voll in seiner Tätigkeit auf und vergisst alles um sich herum. Einige Extremsportler gehen immer weiter an ihre Grenzen, um dieses tiefe Glücksgefühl zu erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 15.02.2019 | 16:20 Uhr

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