Stand: 28.09.2009 20:15 Uhr  | Archiv

Erektionsstörungen - Liebeskiller Arteriosklerose

Rund 4,5 Millionen Männer in Deutschland leiden an Erektionsstörungen. Oft stecken Stress, Versagensängste oder Partnerschaftsprobleme dahinter, aber bei jedem zweiten Betroffenen gibt es organische Ursachen. Oft treten Erektionsstörungen allmählich immer häufiger auf, bis schließlich gar nichts mehr geht. Die häufigste körperliche Ursache ist eine Arteriosklerose, die zum Beispiel durch Rauchen, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen gefördert wird.

Füllung der Schwellkörper erschwert

Im Normalzustand fließt nur eine geringe Menge Blut über die Arterien in den Penis. Durch sexuelle Reize vergrößern sich die Hohlräume im Penis, es fließt mehr Blut hinein, der Penis erigiert. Durchblutungsstörungen durch Arterienverkalkung erschweren die Füllung der Schwellkörper, eine Erektion ist kaum noch möglich. Das kann auch ein rettendes Warnzeichen sein, denn die Arteriosklerose gefährdet nicht nur die Potenz sondern auch Herz und Gehirn.

Um die Ursache der Erektionsstörung zu finden, setzt der Arzt neben einer gründlichen Befragung und körperlichen Untersuchung des Patienten sowie Labortests auch Ultraschalluntersuchungen (Gefäßdoppler) ein. Damit werden zunächst die Ruheflusswerte der Penisgefäße im nichterigierten Zustand ermittelt. Dann wird ein Medikament gegeben, das die Penisdurchblutung steigert und so zu einer unwillkürlichen Erektion führt. Per Ultraschall wird nun auch der maximalen Blutflusses im erigierten Zustand gemessen. Die für die Erektion erforderliche Dosis des Medikaments, der erreichte Erektionsgrad und die Geschwindigkeit, mit der das Blut in den Schwellkörper einströmt, liefern wichtige Informationen über den Zustand der Blutgefäße und der Schwellkörper.

Meist helfen Medikamente

In den meisten Fällen helfen Medikamente, die Erektionsstörung zu beheben. Am bekanntesten sind die sogenannten Phosphodiesterase-V(PDE-5)-Hemmer Sildenafil (Viagra®), Tadalafil (Cialis®) und Vardenafil (Levitra®). Abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung verhelfen sie rund 80 Prozent der Betroffenen wieder zu einer befriedigenden Sexualität. Nicht geeignet sind diese Wirkstoffe aber für Männer, die bestimmte blutdrucksenkende Herzmedikamente (Nitrate) einnehmen müssen, hier drohen lebensbedrohliche Nebenwirkungen.

Nicht selten sind die Erektionsstörungen auch selbst durch Medikamente verursacht, denn zahlreiche Arzneien beeinträchtigen die Durchblutung des Penis. Das trifft oft gerade Arteriosklerosepatienten, denn vor allem bestimmte Blutdrucksenker wie Betablocker und Kalziumantagonisten lassen nicht nur die Blutdruckwerte sinken sondern auch das sexuelle Verlangen und die Potenz. Keinesfalls sollten Patienten ihre Medikamente aber eigenmächtig reduzieren oder absetzen, denn dadurch kann die gesamte Therapie zunichte gemacht werden und der Blutdruck gefährlich entgleisen. Sie sollten aber mit dem Arzt über ihre Probleme sprechen, damit der die tatsächliche Ursache klären und gegebenenfalls ein anderes Medikament ohne diese Nebenwirkung verordnen kann.

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Visite | 05.08.2014 | 20:15 Uhr

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