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Faszien-Entzündung: Wenn sich die Haut verhärtet

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Bei der eosinophilen Fasziitis kann sich die Haut an Armen und Beinen verhärten.

Die eosinophile Fasziitis ist eine seltene rheumatische Autoimmunerkrankung, bei der sich die Haut und das Unterhautgewebe an Armen und Beinen entzünden, anschwellen und langsam verhärten. Die Ursache ist unbekannt. Die Erkrankung tritt meist bei Männern mittleren Alters auf, kann aber auch Frauen und Kinder befallen. Das Wort "eosinophil" bezieht sich auf die anfangs hohe Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen, der sogenannten Eosinophilen. Als Fasziitis bezeichnet man die Entzündung des Fasergewebes (der Faszien) auf und zwischen den Muskeln.

Abenteuer Diagnose: Eosinophile Fasziitis

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Bei der eosinophilen Fasziitis entzündet und verhärtet sich die Haut an Armen und Beinen. Die Ursache der seltenen Autoimmunerkrankung ist unbekannt.

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Symptome

Typische Anfangssymptome der eosinophilen Fasziitis sind Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen der Haut, vor allem an Armen und Beinen. Gesicht, Brust und Bauch können ebenfalls betroffen sein, nicht jedoch Finger und Zehen. Nach Wochen verhärtet sich die entzündete Haut, die Struktur erinnert an Orangenschale. Je mehr sich die Haut verhärtet, desto schwieriger wird es, Arme und Beine zu bewegen. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, können Arme und Beine in ungewöhnlichen Stellungen verharren (Kontrakturen).

Meist kommt es auch zu Müdigkeit, Gewichtsverlust, Muskel- und Gelenkschmerzen. Manchmal sinkt die Zahl der roten Blutkörperchen und Blutplättchen sehr stark ab. Die Folgen sind Müdigkeit und Blutungsanfälligkeit.

In seltenen Fällen kann es zu Bluterkrankungen wie einer Anämie oder einem Lymphom kommen. Selten kommt es bei einer Erkrankung der Arme zu einem Karpaltunnelsyndrom.

Diagnose

Die Faszienentzündung kann mit einer Kernspintomografie nachgewiesen werden. Die Diagnose sollte dann mit einer Gewebeentnahme (Biopsie) und Blutuntersuchungen gesichert werden.

Therapie

Eine Behandlung mit Kortikosteroiden (Kortison) sollte so früh wie möglich beginnen, um Vernarbungen, Gewebeschwund (Atrophie) und Muskelverkürzungen zu vermeiden. Die Dosis wird langsam gesenkt, aber die Medikamente müssen möglicherweise über zwei bis fünf Jahre genommen werden.

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Dr. Annika Anker, Oberärztin
Rheumatologie und Innere Medizin
VAMED Ostseeklinik Damp
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24351 Ostseebad Damp
(04352) 80-61 47
www.vamed-gesundheit.de

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Visite | 17.09.2019 | 20:15 Uhr

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