Sendedatum: 04.09.2012 20:15 Uhr  - Visite  | Archiv

Cremes aus Heilpflanzen herstellen

Echinacea, Ringelblume & Co.: Innerlich und äußerlich angewendet können Heilpflanzen viel Gutes bewirken. Tinkturen, Salben und Pflegeöle lassen sich leicht selbst herstellen.

Die hierzulande als Sonnenhut bekannte Echinacea wurde erst vor rund 100 Jahren aus Nordamerika nach Europa gebracht. Hier macht Sonnenhut-Tinktur vor allem als Erkältungsmedikament Karriere. Echinacea stimuliert die unspezifische Immunabwehr, die sogenannten Fresszellen, und kann - zum richtigen Zeitpunkt eingenommen - eine Erkältung oder auch eine Harnwegsinfektion bekämpfen, bevor sie richtig ausbricht. Vor allem, wenn man ständig unter Infekten leidet, kann eine Kur mit Sonnenhut-Tinktur helfen.

Johanniskraut gegen Depressionen

Während man Echinacea nur frisch verarbeiten kann, lässt sich Johanniskraut auch getrocknet verwenden. Es ist sogar angeraten, frisches Johanniskraut vor der Zubereitung ein bis zwei Tage trocknen zu lassen. Die Pflanze trägt die "lebensspendende" Kraft der Sonne in sich und hilft nicht nur gegen Depressionen. In den Blüten und Blättern steckt reichlich rotes Johanniskraut-Öl, dass auch äußerlich wirkt: gegen Verspannungen, Rheuma, Gicht und sogar bei Gürtelrose oder Verbrennungen.

Beinwell hilft bei Verstauchungen

Beinwell ist keineswegs eine Pflanze, die nur den Beinen hilft. "Bein" geht auf das altdeutsche Wort "Gebeine" und "Well" auf "Wallen" zurück - was so viel wie zusammenwachsen bedeutet. Da Beinwell besonders viel Allantoin enthält, lässt es Knochen zusammenwachsen, aber auch Narben und Wunden schneller heilen. Es hilft bei Zerrungen, Verstauchungen und Prellungen. Einer Studie zufolge kann Beinwell die Morgensteifigkeit von 20 Minuten auf durchschnittlich drei Minuten reduzieren.

Ringelblume unterstützt die Wundheilung

In der Kräutermedizin darf eine Pflanze nicht fehlen: die Calendula, landläufig als Ringelblume bekannt. Sie wächst fast überall bis in den November hinein. Ihre Inhaltsstoffe sind wertvoll für die Wundheilung und Zellneubildung der Haut. Ringelblumensalbe fördert die Hautdurchblutung und hält die Haut elastisch und widerstandsfähig. Wissenschaftliche Studien belegen sogar, dass die Salbe Strahlenschäden der Haut nach einer Strahlentherapie gegen Krebs besser repariert als ein synthetisches Vergleichsprodukt.

Beinwellsalbe
2 Hände voll Beinwellwurzeln
150 g Olivenöl
15 g Bienenwachs
5 Tropfen Lavendelöl

Zubereitung: Wurzeln säubern und klein schneiden oder raspeln, im heißen Öl (im Wasserbad) bei circa 70 Grad mindestens 30 Minuten, besser eineinhalb Stunden unter häufigem Umrühren ausziehen. Dann das Pflanzenmaterial absieben. Danach das Bienenwachs dazugeben, schmelzen lassen, gut umrühren und das ätherische Öl in die abgekühlte Schmelze rühren, abfüllen, etikettieren. Mindestens ein Jahr ist die Salbe - kühl und dunkel gelagert - haltbar.

Ringelblumensalbe
Eine Handvoll frische Ringelblumenblüten
200 ml Olivenöl
20 g Bienenwachs

Zubereitung: Die zerkleinerten Blüten im Olivenöl (im Wasserbad) unter ständigem Rühren circa 30 Minuten ausziehen. Dann vom Herd nehmen und noch eine Stunde ziehen lassen. Dann nochmals erwärmen und die Ringelblüten absieben. Das Bienenwachs in das warme Auszugsöl geben, gut vermischen und das Wachs schmelzen lassen. Die Salbe abkühlen lassen, nochmals gut durchrühren und anschließend abfüllen. Die Salbe sollte kühl und trocken gelagert werden. So bleibt sie mindestens ein Jahr haltbar.

Echinacea-Tinktur
Eine Handvoll klein Blütenköpfe Echinacea purpurea
100 ml 40-50%-iger Alkohol

Zubereitung: Die Blütenköpfe klein schneiden, in ein Glas geben und mit Alkohol auffüllen. Drei Wochen an einem warmen Ort stehen lassen und immer mal wieder aufschütteln, dann absieben und in dunkle Flaschen füllen. Die Tinktur ist etwa ein Jahr haltbar. Für eine Immunkur fünf Mal täglich 25 Tropfen einnehmen (maximal drei Wochen), dann einige Wochen pausieren und gegebenenfalls die Kur wiederholen.

Johanniskrautöl
Eine Handvoll Johanniskrautblätter
Olivenöl
Zubereitung: Die Blätter zerkleinern, mit Öl übergießen und 2 bis 3 Wochen (am besten an einem sonnigen Ort) stehen lassen. Wenn das Öl schön rot ist, sieben und in eine dunkle Flasche füllen.

Interviewpartnerin im Beitrag:

Dipl.-Biol. Margitta Paprotka-Kühne
Heilpflanzenschule Verden
Schafwinkeler Dorfstraße 1
27308 Kirchlinteln

Autorin des Fernsehbeitrags:
Judith König

Dieses Thema im Programm:

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