Stand: 21.08.2020 18:55 Uhr

Corona-Ansteckung: Wie gut schützen FFP-Masken?

Bildmontage: Ein Schutzvisier und eine Schutzmaske © photocase Foto: kastoimages, Nicolas Armer
Visiere bieten im Vergleich zu Masken nur einen eingeschränkten Schutz.

Masken gehören in Corona-Zeiten zum Alltag. In Bussen, Bahnen und Geschäften ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht. Doch wer seine Maske nicht richtig trägt, geht ein höheres Risiko ein, sich und andere mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie gut eine Maske schützt, hängt außerdem vom verwendeten Material ab.

VIDEO: Corona-Schutz: Maske oder Visier? (5 Min)

Dicker Stoff und viele Lagen bieten besseren Corona-Schutz

Die Gefahr einer Corona-Ansteckung ist in Innenräumen am größten. Auf unsichtbaren Schwebeteilchen (Aerosolen) können Viruspartikel stundenlang haften und eingeatmet werden. Je dicker der Stoff einer Maske ist und je mehr Lagen die Maske hat, umso besser kann sie die Aerosol-Verbreitung reduzieren.

Die Wirkung von Masken haben Wissenschaftler mithilfe radioaktiver Partikel und einer künstlichen Lunge simuliert. Sie befestigten unterschiedliche Masken am Ende eines Schlauchs, bliesen Test-Aerosole durch den Schlauch und ermittelten, wie viele Partikel der Stoff durchlässt. Zum Vergleich wurden Aerosole ungefiltert durch den Schlauch geblasen.

Das Ergebnis: Während eine einlagige Schutzmaske nur eine Filterleistung von 35 Prozent hatte, verringert eine dreilagige Maske die Anzahl der Partikel um 89 Prozent. Entscheidend ist auch die Größe der Poren: Je mehr Stofflagen eine Maske hat und je kleiner die Poren des Stoffs sind, umso größer ist die Schutzwirkung der Maske.

Visiere bieten nur eingeschränkten Schutz

Als Mund-Nasen-Schutz werden auch sogenannte Visiere verwendet. Sie sind bequemer zu tragen, das Gegenüber sieht zudem das gesamte Gesicht und die Mimik. Allerdings werden Gesichtsvisiere zum Beispiel in Hamburg nicht mehr als ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung anerkannt. Denn sie schützen allein den Träger vor einer direkten Tröpfcheninfektion, etwa durch Niesen, nicht jedoch vor Aerosolen. Diese können ungehindert an den Seiten des Visiers vorbeiströmen.

FFP-Schutzmasken für Risikogruppen

Wer mit Menschen arbeitet, die ein besonderes Risiko haben, an Covid-19 schwer zu erkranken, oder selbst zu dieser Risikogruppe gehört, sollte statt einer Alltagsmaske aus Stoff besser eine professionelle FFP-Maske der Schutzklasse 2 oder 3 tragen, mindestens aber eine OP-Maske. Das gilt zum Beispiel für Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden. Wie Stoffmasken können auch FFP-Masken mehrfach verwendet werden, wenn sie zuvor desinfiziert wurden - zum Beispiel bei 80 Grad Celsius im Backofen.

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Experten zum Thema

Dr. Melanie Hümmelgen, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
Leitende Ärztin der Kardiologischen Abteilung und stellv. Ärztliche Direktorin
RehaCentrum Hamburg
Martinistraße 66
20246 Hamburg
www.rehahamburg.de


Prof. Dr. Adam Grundhoff, Forschungsgruppenleiter
Heinrich-Pette-Institut
Leibnitz-Institut für Experimentelle Virologie
Martinistraße 52
20251 Hamburg
www.hpi-hamburg.de

Priv.-Doz. Dr. Dominic Dellweg, Chefarzt
Pneumologie & Intensivmedizin
Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH
Annostraße 1
57392 Schmallenberg
(02972) 791-00
www.krankenhaus-klostergrafschaft.de

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Visite | 25.08.2020 | 20:15 Uhr

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