Chili: Mit Schärfe Schmerzen lindern

Stand: 05.01.2021 12:59 Uhr

Die Wirkstoffe in Chilis können Schmerzen lindern, den Stoffwechsel anregen und das Immunsystem fördern. Enthaltene Bitterstoffe töten Krankheitserreger im Essen und im Verdauungstrakt ab.

Ihre Schärfe verdanken Chilis dem Inhaltsstoff Capsaicin. Das sogenannte Alkaloid gehört zu den schärfsten Substanzen, die es gibt. In der Medizin wird es zum Beispiel so eingesetzt:

  • In Salben, Cremes und Pflastern hilft der Wirkstoff der Chili zum Beispiel bei Muskelverspannungen und Nervenschmerzen. Capsaicin fördert die Durchblutung der Haut und wärmt sie. Als Nebenwirkungen können Rötungen, Pusteln oder ein Juckreiz auftreten.
  • Capsaicin-Tabletten können Hals- und Rachenschmerzen lindern.
  • Als Nahrungsergänzungsmittel soll Capsaicin die Fettverbrennung anregen.

Capsaicin reizt die Haut

Capsaicin reizt Nervenrezeptoren, die Hitze und Schmerz erkennen. Beim Hautkontakt werden sogenannte Neurotransmitter freigesetzt. Sie erweitern die lokalen Blutgefäße und sorgen für ein brennendes Gefühl. Auf die schmerzhafte Reizung reagiert der Körper mit Stress und schüttet spezielle Hormone (Endorphine) aus. Das regt den Stoffwechsel an, Schweißausbrüche können die Folge sein.

Hochdosierte Pflaster gegen Nervenschmerzen

In der Forschung wird die Wirkung großer Mengen Capsaicin gegen extreme Nervenschmerzen untersucht. Dabei werden Pflaster verwendet, die 40-mal mehr Capsaicin enthalten als freiverkäufliche Capsaicin-Pflaster aus der Apotheke. Durch die hohe Dosis sterben kleine Nervenfasern in der Haut ab und bilden sich erst nach einer gewissen Zeit neu. Die Wirkung hält bis zu drei Monaten an.

Chilis zubereiten und Schärfe lindern

Beim Kochen oder Einfrieren von Chilis bleibt das Capsaicin erhalten. Damit sich die Wirkung entfaltet, sollte man Chilis in Gerichten wie Chili con carne lange ziehen lassen. An scharfes Essen muss sich der Körper langsam gewöhnen, sonst kann die Magenschleimhaut geschädigt werden.

Öl- und fetthaltige Emulsionen wie Joghurt, Milch und Käse, aber auch hochprozentige alkoholische Getränke lindern das Schärfegefühl. Zucker oder Tomatensaft in scharfen Speisen reduzieren die Schärfe ebenfalls. Wer seinen Mund bei scharfem Essen mit Wasser ausspült, kann die Schmerzen verschlimmern: Dadurch wird das Capsaicin im Mundraum aufgewirbelt und verteilt.

Scharfe Lebensmittel in der Medizin

  • Ingwer: Der Wirkstoff Gingerol im Ingwer kann die Verdauung anregen und bei Erkältungskrankheiten helfen. Wer nach fettem Essen Blähungen und Magenprobleme bekommt, kann die Beschwerden mit Ingwer lindern.
  • Knoblauch: Das Adenosin im Knoblauch wirkt positiv auf den Cholesterin- und Lipidgehalt im Blut. Eine regelmäßige Einnahme soll das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken können. Der Wirkstoff Allicin gilt als natürliches Antibiotikum.
  • Wasabi: Auch japanischer Meerrettich genannt, regt den Blutkreislauf an und fördert die Sauerstoffversorgung der Zellen.

 

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