Stand: 23.07.2018 23:18 Uhr  | Archiv

Chat zu Diabetes Typ 2, Rosazea und Reflux

Die Ernährungs-Docs: Jörn Klasen © NDR
Jörn Klasen ist Internist, Arzt für anthroposophische Medizin und Heilpädagoge. Er praktiziert am Klinikum Stephansplatz in Hamburg.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Was kann ich etwa bei Diabetes Typ 2 tun? Was muss ich bei Rosazea beachten - und was hilft gegen Reflux?

Nach Folge 25 von Die Ernährungs-Docs war Dr. Jörn Klasen im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner hat Ihre Fragen beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Athene: Bald wird mein Barrett-Syndrom mittels endoskopischer OP beseitigt. Die Zwerchfellhernie nicht. Wird sich trotzdem mein Reflux bessern?

Dr. Jörn Klasen: Der Reflux ist nur sehr wenig abhängig von der Zwerchfellhernie. Er hängt mehr von dem Druck in der unteren Speiseröhre ab. Insofern kann man davon ausgehen, dass sich der Reflux nach der Operation auch bessern wird.

DiabMikki: Bei mir ist vor Kurzem Diabetes Typ 2 diagnostiziert worden. Ich bin seit einigen Wochen dabei, meine Ernährung umzustellen. Ich messe regelmäßig nach den Mahlzeiten meinen Blutzucker. Ich habe eine Ernährungsfrage: Heute habe ich zu Mittag den gleichen selbst gemachten Salat aus Linsen, Tomaten und Schafskäse gegessen wie an einem Mittag in der letzten Woche, mit einem Unterschied: Letzte Woche habe ich etwas mehr davon gegessen und zusätzlich zwei dünne Scheiben Eiweißbrot. Heute habe ich anstelle des Eiweißbrotes zwei kleine vegetarische Hamburger zum Salat verzehrt. Mein Wert letzte Woche: 196 (!); mein Wert heute: 144. Lässt sich dieser große Unterschied mit der unterschiedlichen Menge an verzehrtem Salat erklären beziehungsweise durch den Verzehr von Eiweißbrot?

Klasen: Das liegt sicher nicht an der Menge des Salates, höchstens am Dressing. Und beim nächsten Mal sollten Sie nur eine Scheibe Eiweißbrot essen.

Beatrix: Mir steht eine Magenspiegelung wegen Refluxerkrankung und Zwerchfelldurchbruch bevor. Wie muss ich mich danach ernähren? Stimmt es, dass man nichts Blähendes essen sollte?

Klasen: Bei der Refluxerkrankung sollten Sie auf Weizen, Kuhmilch und viel Zucker verzichten. Dann werden Sie am ehesten der Refluxkrankheit begegnen können. Und nie zu viel auf einmal essen.

H. W.: Habe eine chronische Gastritis am Mageneingang, außerdem einen Reflux bei einer Hiatushernie von vier Zentimetern. Will keine PPI nehmen, bekomme aber die Gastritis nicht weg. Bekomme teilweise von Haferbrei am Morgen schon Sodbrennen, aber nicht immer. Was kann ich tun?

Klasen: Der Reflux hängt nicht mit der Hiatushernie zusammen, sondern mit dem Druck im unteren Bereich der Speiseröhre. Dort müssen Sie die Entzündung bekämpfen. Das gelingt am ehesten durch den Verzicht auf Weizen, Kuhmilch und Zucker. Zusätzlich sollten Sie nur wenig Alkohol und Kaffee trinken und nie zu viel auf einmal - schon gar nicht abends.

Fumarase: Bei mir wurde im April 2017 Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Mein Diabetologe hat mich zum Abnehmen und zu Bewegung sehr motiviert und ich habe circa 14 Kilogramm abgenommen. Das war bis zum Oktober/November 2017. Daraufhin weiter keine Medikamente. Seither stagniert jedoch das Gewicht - und der Blutzucker auch: HBA1c 7,1. Wenn ich wenig esse, steigt der Blutzucker sogar - das tut er auch über Nacht häufig. Ich bewege mich unverändert und achte auf die Ernährung und bin ratlos. Irgendetwas fehlt oder läuft falsch.

Klasen: Sie sollten vielleicht darauf achten, dass Sie nicht zu viel Obst am Tag essen - nicht mehr als zwei Hand voll. Und zusätzlich sollten Sie drei Hand voll Gemüse essen. Ein HBA1c-Wert von 7,1 ist zwar nicht schlecht, aber der Welt sollte auf jeden Fall unter 7 sinken. Achten Sie darauf, dass Sie jeden Tag 30 Minuten spazieren gehen.

Renate: Ich habe seit zehn Jahren schleichend meinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Unzählige Arztbesuche konnten mir nicht weiterhelfen. Wissen Sie einen Rat?

Klasen: Ohne Sie wirklich kennenzulernen, kann ich da leider nicht raten.

Gulrothjerne: Ist Intervallfasten auch für Menschen möglich, die (wie ich) an einer Athyreose leiden? Ich bin ohne Schilddrüse geboren, habe Übergewicht und Diabetes Typ 2.

Klasen: Ja, auch bei Ihnen ist das Intervallfasten möglich. Sie sollten es allerdings am besten mit einem Ernährungsmediziner gemeinsam planen.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 23.07.2018 | 21:00 Uhr

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