Stand: 15.01.2018 23:58 Uhr  | Archiv

Chat zu Bluthochdruck, Blasenentzündung und Rheuma

Die Ernährungs-Docs: Jörn Klasen © NDR
Jörn Klasen ist Internist, Arzt für Anthroposophische Medizin und Heilpädagoge. Er praktiziert am Klinikum Stephansplatz in Hamburg.

Essen als Medizin: Wie packe ich selbst so eine Ernährungsumstellung an? Was kann ich etwa bei der Volkskrankheit Bluthochdruck tun, um einen drohenden Herzinfarkt zu vermeiden? Was muss ich bei Blasenentzündung beachten - und was hilft gegen Rheuma? Um diese Themen ging es am Montag, den 15. Januar, um 21 Uhr bei den Ernährungs-Docs. Im Anschluss an die Sendung war Dr. Jörn Klasen live im Chat. Der erfahrene Ernährungsmediziner hat Ihre Fragen beantwortet.

Monika: Bei Rheuma wurden Weizenkeimöl und Olivenöl empfohlen. Welches ist die Mindestverzehrmenge pro Tag für die optimale Ernährung?

Dr. Jörn Klasen: Die Mindestverzehrmenge sollte zwei Esslöffel pro Tag sein, es dürfen aber auch gerne drei pro Tag werden.

Martina: Ich wurde zwölf Jahre lang auf Psoriasis-Arthritis mit fast allen Medikamenten erfolglos behandelt. Vor drei Jahren wurde Chondrocalcinose diagnostiziert, nach Ellenbogen-OP. Seitdem keinerlei Behandlung mehr, nur Schmerzmittel. Welche Ernährung wäre da angezeigt? Ich verzweifle an den unerträglichen Schmerzen. Gelenke nehmen immer mehr Schäden.

Klasen: Sie sollten sich bemühen, einen Ernährungsmediziner in Ihrer Nähe zu finden. Am besten unter www.bdem.de.

CHUCHU: Ist Kaffee schlecht bei rheumatischen Erkrankungen? Wäre koffeinfreier Kaffee besser?

Klasen: Bis zu drei Tassen schwarzer Kaffee, frisch gebrüht und gefiltert, ist gut und bremst chronische Entzündungen. Er sollte besser nicht koffeinfrei sein.

CHUCHU: Ich habe vor einem halben Jahr mit Rauchen aufgehört. Kann es sein, dass sich meine rheumatoide Arthritis dadurch gebessert hat?

Klasen: Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass sich Ihre rheumatoide Arthritis durch das Aufhören gebessert hat.

Angelika: Ich habe eine Mycosis Fungoides, bekannt seit 2012, seit zwei Jahren ohne Symptome. Ist die Behandlung beziehungsweise das Essen wie bei der rheumatoiden Arthritis empfohlen?

Klasen: Die Ernährung könnte ganz ähnlich sein wie jetzt für die rheumatoide Arthritis empfohlen. Also im Wesentlichen antientzündlich mit sehr viel guten Fetten, das heißt Ölen, überwiegend Gemüse, gerne Nüsse, wenig Fleisch, insbesondere kein Schweinefleisch und kein Weizen.

Trinchen: Ich habe Ihre Sendung gesehen und nun ein paar Fragen zu dem Frühstücksquark mit den Ölen. Ich selber leide an Migräne. Warum muss das Ganze püriert werden? Kann man den Quark schon am Vorabend vorbereiten? Und muss es frisches Obst sein oder gehen auch zum Beispiel tiefgefrorene Himbeeren? Welches Obst empfehlen Sie bei Migräne?

Klasen: Frisches Obst für das morgendliche Frühstück ist sehr gut, aber es darf auch gerne tiefgefroren sein. Für Sie ist besonders gut das Beerenobst. Vorsichtig sollten Sie eher mit Banane sein und Obst, das zu stark säurehaltig ist. Püriert sein muss es nicht unbedingt.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 15.01.2018 | 21:00 Uhr

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