Stand: 29.11.2017 08:56 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Lymphdrainage

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Dr. Christina Schreiber hat im Chat Fragen zum Thema Lymphdrainage beantwortet.

Ein sanftes, aber gezieltes Streichen bei geschwollenen Beinen und Armen: Mit manueller Lymphdrainage soll der Abfluss von gestauter Lymphflüssigkeit im Gewebe angeregt werden. Die Lymphgefäße sind neben dem Blut ein wichtiges Transportsystem im Körper. Ist der Lymphfluss behindert, können schmerzhafte Schwellungen (Lymphödeme) entstehen. Nicht zum Einsatz kommen darf Lymphdrainage jedoch bei akuter Thrombose oder ausgeprägter Herzschwäche. Grundsätzlich ist Lymphdrainage häufig nur ein Baustein eines ganzheitlichen Therapieansatzes, ergänzend zu Krankengymnastik und Kompressionstherapie.

Die Lymphologin Dr. Christina Schreiber vom Zentrum für Gefäßmedizin in Hamburg hat Fragen zum Thema Lymphdrainage im Visite Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Unbekannt: Ich habe am linken Bein eine zweifache tiefe Thrombose. Diese wurde am 3. November 2017 festgestellt. Nun wurde ich letzte Woche am rechten Fuß operiert. Darf ich nun am operierten Fuß Lymphdrainage bekommen?

Dr. Christina Schreiber: Am rechten Fuß können Sie eine Lymphdrainage bekommen. Was den linken Fuß betrifft: Nach einer Thrombose muss man mit dem Beginn der Lymphdrainage etwa sechs Wochen warten.

Jenny: Bei mir wurde Lipohypertrophie mit chronischer Veneninsuffizienz festgestellt. Ich habe Kompressionswäsche verordnet bekommen. Sollte nicht auch eine Lymphdrainage erfolgen?

Schreiber: Eine Lipohypertrophie mit chronischer Veneninsuffizienz ist keine Indikation für eine Lymphdrainage. Kompressionsstrümpfe sind richtig.

Unbekannt: Wie oft sollte man manuelle Lymphdrainage erhalten und wie viele Minuten? Ich bekomme derzeit zwei Mal pro Woche 45 Minuten an beiden Beinen. Und was muss man nach einer guten Lymphdrainage merken?

Schreiber: Wie oft und wie viele Minuten, ist abhängig von der Diagnose und vom Befund. Oft muss man nach einer guten Lymphdrainage Wasser lassen.

Dijewe: Wie lange und wie oft pro Woche sollte nach einer Knie-Operation eine Lymphdrainage erfolgen?

Schreiber: Das hängt vom Befund ab und wie stark die Schwellung ist.

Gerhard: Mitte Juli 2017 bekam ich eine neue Aortenklappe. Diese wurde über die rechte Leiste eingeführt. Die Operationsnarbe ist neun Zentimeter lang. Zwei Monate später bildete sich an der Mitte der Narbe zum Bein hin eine Lymphfistel. Diese wurde zwei Mal punktiert, am 18. und 19. September 2017. Ärztliche Empfehlung: abwarten. Am 26. Oktober wurde der Durchmesser der Flüssigkeitsblase mit 60 Millimetern gemessen. Jetzt ist sie kleiner. Ab dem 12. Oktober begann der rechte Fuß anzuschwellen und nachfolgend das rechte Bein. Ich erhielt sechs Massagen. Es hat sich nichts gebessert. Ab dem 4. Dezember habe ich nochmals sechs Massagen und ich werde einen Kompressionsstrumpf bis zum Knie erhalten. Frage: Was kann man tun, dass diese Anschwellungen nicht mehr auftreten?

Schreiber: Der Kompressionsstrumpf ist sehr wichtig, da Sie bisher nur Lymphdrainage bekommen haben.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.11.2017 | 20:15 Uhr

mit Video

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