Stand: 29.03.2017 10:09 Uhr  | Archiv

Chat-Protokoll zum Thema Reizdarm

Professor Peter Layer zu Gast bei Visite.
Prof. Dr. Peter Layer hat Fragen im Visite Chat beantwortet.

"Reizdarm" ist unter den Magen-Darm-Erkrankungen die am häufigsten gestellte Diagnose. Frauen sind davon doppelt so oft betroffen wie Männer. Die Symptome reichen von Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Druck- und Völlegefühl bis zu Durchfall oder Verstopfung.

Der Internist und Gastroenterologe Prof. Dr. Peter Layer, Ärztlicher Direktor des Israelitischen Krankenhauses Hamburg, hat Zuschauerfragen zum Thema im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Unbekannt: Ist zur Diagnose Reizdarm zwingend eine Magenspiegelung notwendig, wenn Darmspiegelung und Nahrungsmittelverträglichkeitstest ohne Befund geblieben sind?

Prof. Dr. Peter Layer: Es ist nicht zwingend, aber ratsam.

Kerstin: Mir wurde vor drei Jahren die Gallenblase entfernt. Seitdem habe ich große Probleme mit der Verdauung, bekomme nach "normalem" Essen, Zucker und Ähnlichem Blähungen und Durchfall. Eine Darmspiegelung hat kein Ergebnis gebracht. Was kann man tun?

Layer: Es empfiehlt sich eine Funktionsdiagnostik beim Gastroenterologen.

Coco: Kann Reizdarm mit Hashimoto-Thyreoiditis zusammenhängen?

Layer: Meistens kein Zusammenhang.

Conni96: Letzten Samstag auf dem CED-Tag in Hamburg hat ein 16-jähriges Mädchen von ihrer Erfahrung einer Stuhltransplantation berichtet, welche Sie durchgeführt haben. Sie hat nun keine Darmentzündung mehr. Was sagen Sie dazu?

Layer: Das ist keine allgemein ratsame Behandlung, kann aber in ausgewählten Einzelfällen sehr erfolgreich sein.

Unbekannt: Seit ich vor vier Wochen eine Darmspiegelung vornehmen ließ, bei der alles gut war, habe ich nun das Problem der absoluten Verstopfung. Nichts hilft wirklich, seitdem ist alles anders. Was kann ich tun?

Layer: Versuchen Sie evtl. mal Probiotika, um die Darmflora aufzubauen.

Rosa: Immer wenn etwas Aufregendes bzw. Unangenehmes passiert, schlägt es mir sofort auf den Darm und ich muss umgehend Stuhl lassen, der sich immer durchfallartig darstellt. Ist das auch ein Reizdarm? Abgesehen davon muss ich jeden Morgen dringend ca. drei bis fünf Mal Stuhl lassen. Meist relativ dünn bzw. breiig.

Layer: Durchfall muss grundsätzlich sorgfältig abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen. Erst dann kann man einen Reizdarm annehmen.

Peter: Ich habe in der letzten Zeit Bauchschmerzen, ca. 15 bis 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme, unabhängig von den verzehrten Nahrungsmitteln. Kann es sich hierbei um ein Reizdarm-Syndrom handeln?

Layer: Ja.

Unbekannt: Mehrere Ärzte finden seit zehn Jahren (29 Jahre alt, weiblich) trotz Spiegelungen, Unverträglichkeitstests, Blutuntersuchungen, Ernährungsumstellung usw. keine Ursache für Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Blähungen. Was kann ich noch tun?

Dieses Thema im Programm:

Visite | 28.03.2017 | 20:15 Uhr

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