Stand: 06.03.2018 23:15 Uhr

Chat-Protokoll: Gebärmutterentfernung

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Dr. Kirsten Graubner hat im Online-Chat Fragen beantwortet.

Wenn der Gynäkologe zur Entfernung der Gebärmutter rät, sind viele Frauen verunsichert: Einerseits kann dieser Eingriff das Ende eines jahrelangen Leidensweges bedeuten. Andererseits wurde in der Vergangenheit vielen Frauen zu offenbar eigentlich überflüssigen Operationen geraten: Kritische Untersuchungen der vergangenen Jahre belegen, dass etliche Gebärmutterentfernungen medizinisch nicht notwendig waren. Es muss also genau hingeschaut werden, wann die Entfernung der Gebärmutter die beste Lösung ist und wann andere Methoden Vorrang haben sollten.

Ihre Fragen zum Thema Gebärmutterentfernung hat die Gynäkologin Dr. Kirsten Graubner vom Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen.

Natalie: Meine Gebärmutter wurde leider entfernt, als ich 38 Jahre alt war. Ich bin jetzt 42, also immer noch im gebärfähigen Alter. Die Ursache waren sechs große, submuköse Myome, die mir große Probleme verursachten. Jetzt habe ich allerdings erfahren, dass das Problem durch eine Gabe von Progesteron hätte beseitigt werden können. Stimmt das? Und sollten Frauen dann nicht viel eher dahingehend beraten und behandelt werden?

Dr. Kirsten Graubner: Die Gabe von Progesteron verkleinert die Myome nicht. Der Hormonrezeptorblocker Esmya ist aktuell wegen möglicher Leberschäden in die Kritik geraten und soll nicht mehr neu angewendet werden. Eine hormonelle Therapie hätte in Ihrem Fall sicherlich nicht geholfen.

Kessi: Ich habe eine Gebärmuttersenkung und weiß nicht, ob man sich operieren lassen soll. Es macht keine Beschwerden. Ich mache des Öfteren Beckenbodentraining. Das scheint wohl zu helfen.

Graubner: Beckenbodentraining ist auf alle Fälle sinnvoll. Es sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, ob die Senkung damit gleich bleibt. Eine Operation scheint im Moment für Sie nicht die richtige Maßnahme zu sein.

Tine: Gebärmuttermyom (direkt in der Gebärmutter), sechs Mal fünf Zentimeter groß, starke und schmerzhafte Blutungen. Muss die Gebärmutter entfernt werden? Alternative Therapie zur Operation? Patientin 54 Jahre alt, mit diversen Vorerkrankungen.

Graubner: In dem Falle wäre es besser, sich zum Beispiel in einer Myomsprechstunde vorzustellen.

Angelika: Ich (61 Jahre) habe die Senkungsbeschwerden zurzeit mit Beckenbodengymnastik gut im Griff und kaum Probleme. Meine Sorge ist, dass sich dies mit zunehmendem Alter ändern kann (schwaches Bindegewebe) und die Beschwerden wieder auftreten. Meine Ärztin empfiehlt die Entfernung der Gebärmutter und ich bin unsicher.

Graubner: Die alleinige Entfernung der Gebärmutter beseitigt nicht die Beckenbodensenkung. In Ihrem Fall wäre eine urodynamische Messung eine sinnvolle Alternative, um zu sehen, wo genau die Beckenbodenschwäche sitzt. Ihre Gynäkologin wird das in die Wege leiten.

Sonja: Ich bin mit 47 an Brustkrebs (multifokal und sehr aggressiv) erkrankt. Mir wurde empfohlen, die Eierstöcke und die Gebärmutter vorsichtshalber zu entfernen. Ich bin jetzt 52. Würden Sie diesen Eingriff befürworten?

Graubner: Die Entfernung der Eierstöcke ist sinnvoll, da man damit auch das Risiko eines Rückfalls verringern kann. Die Gebärmutterentfernung hat darauf keinen Einfluss, allerdings kann zum Beispiel das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, durch die Einnahme von Tamoxifen steigen.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.03.2018 | 20:15 Uhr

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