Sendedatum: 11.02.2014 20:15 Uhr  - Visite  | Archiv

Makuladegeneration: Früh Ernährung anpassen

Prof. Jens Dawczynski im Interview mit Moderatorin Vera Cordes.
Zunächst im Studio, dann im Chat: Augenmediziner Professor Jens Dawczynski aus Leipzig.

Neue Studien haben gezeigt: Eine gezielte Ernährung kann die bisher unbehandelbare trockene Form der Augenkrankheit Makuladegeneration positiv beeinflussen. Das Voranschreiten der Krankheit, die zur Erblindung führt, konnte durch die gezielte Gabe von Omega-3-Fettsäuren, Lutein und Zeaxanthin verlangsamt oder sogar gestoppt werden.

Augenmediziner Professor Jens Dawczynski aus Leipzig hat Ihre Fragen im Chat beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen:

Julie: Soll man bei erblicher Vorbelastung schon früh anfangen, diese Ergänzungsmittel zu nehmen? Auch wenn man noch keine Symptome hat? Ich bin 42, bei meinem Vater wurde die Makuladegeneration mit circa 75 festgestellt.

Prof. Jens Dawczynski: Bei erblicher Vorbelastung würde ich schon frühzeitig auf die Ernährung achten und gegebenenfalls auch schon Nahrungsergänzungsmittel nehmen und meine Augen regelmäßig beim Augenarzt untersuchen lassen.

Petra: Hilft diese Ernährung auch bei feuchter Makuladegeneration?

Dawczynski: Bei feuchter Makuladegeneration sind die "Spritzen ins Auge" die Therapie der Wahl, aber auch das Makulapigment ist häufig vermindert beziehungsweise am anderen Auge ist oft auch eine trockene Form, sodass auch hier eine ausreichende Luteinzufuhr sinnvoll ist.

Hans-Jürgen: Welche Mengen von Omega-3-Fettsäuren, Lutein und Zeaxanthin sind denn sinnvoll? In diesem Gehalt unterscheiden sich ja die Präparate aus der Apotheke wesentlich.

Dawczynski: Es empfiehlt sich, pro Tag circa zehn Milligramm Lutein und ein bis zwei Milligramm Zeaxanthin aufzunehmen. Bei den Omega-3-Fettsäuren sollten mindestens 130 Milligramm enthalten sein. Prinzipiell ist es bei den Omega-3-Fettsäuren aber auch sinnvoll, zwei bis drei Mal pro Woche Seefisch zu essen, weil dort die Aufnahme der Omega-3-Fettsäuren oft noch besser ist.

Oldenburger: Ist es sinnvoll, dass eine 94-Jährige, die geistig und körperlich noch fit ist, aber aufgrund der Makuladegeneration nur noch ein geringes Sehvermögen hat, mit den genannten Nahrungsergänzungsmitteln zu behandeln? Lässt sich das Sehvermögen verbessern?

Dawczynski: Ob eine Verbesserung des Sehvermögens zu erreichen ist, kann man nicht sicher sagen, aber auch in diesem Alter kann durch eine gezielte Nahrungsergänzung beziehungsweise eine gezielte Ernährung oft eine Stabilisierung erreicht werden, sodass es grundsätzlich zu empfehlen ist.

tutu: Was sind die Anzeichen für eine trockene Makuladegeneration?

Dawczynski: Frühe Anzeichen können sein, dass gerade Linien gebogen erscheinen oder Dinge, die fixiert werden unscharf wahrgenommen werden. Ein guter Test ist der "Amsler-Test" - ein Gitterliniennetz wird betrachtet, und es wird kontrolliert, ob die Linien gerade oder gebogen sind.

Rainer: Wie wird Menge des Makulapigments bestimmt?

Dawczynski: Es gibt mehrere Verfahren - es funktioniert ähnlich wie ein Foto vom Augenhintergrund. Anhand dessen kann mit spezialisierten Geräten das Makulapigment bestimmt werden.

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