Stand: 21.11.2017 08:46 Uhr  | Archiv

Bluthochdruck: Conn-Syndrom oft nicht erkannt

Arzt misst den Blutdruck. © fotolia Foto: Andrey Popov
Eine häufig nicht erkannte Ursache für Bluthochdruck ist das Conn-Syndrom.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Obwohl er in der Regel Umständen keine Schmerzen und auch sonst keine Schmerzen und auch sonst keine Beschwerden verursacht, führt er unbehandelt zu schweren Schäden an den Blutgefäßen. Mögliche Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschaden.

Lässt sich der Blutdruck trotz zwei, drei oder sogar noch mehr Medikamenten, die der Arzt verschrieben hat, nicht senken, sollte das Anlass für weitere Untersuchungen sein. Denn bei jedem zehnten Patienten liegt eine spezielle Ursache für den Bluthochdruck vor, die sogar heilbar ist: Doch das Conn-Syndrom (primäre Hyperaldosteronismus) wird häufig nicht erkannt.

Symptome des Conn-Syndroms

Das Leitsymptom beim Conn-Syndrom ist der dauerhaft erhöhte Blutdruck. Zehn Prozent der Betroffenen haben einen Kaliummangel im Blut. Der Mineralstoff ist wichtig für Muskulatur, Verdauung und Herzrhythmus. Ein zu niedriger Kaliumspiegel im Blut kann zu Muskelschwäche, Krämpfen, Herzrhythmusstörungen, Verstopfungen und häufigem Wasserlassen führen.

Nebennierenrinde produziert zu viel Aldosteron

Beim Conn-Syndrom produziert die Nebennierenrinde übermäßig viel Aldosteron. Das Hormon reguliert die Blutsalze Natrium und Kalium. Bei einer Überproduktion von Aldosteron wird Natrium im Körper zurückgehalten, Kalium dagegen vermehrt mit dem Urin ausgeschieden. Dadurch bleibt mehr Wasser im Blutkreislauf. Es entsteht ein Bluthochdruck, der nur schwer zu behandeln ist. Die Erkrankung wurde erstmals 1955 vom amerikanischen Arzt Jerome Conn beschrieben.

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Diagnose per Blutuntersuchung

Beim Conn-Syndrom ist der Aldosterongehalt im Blut erhöht, die Konzentration des Hormons Renin ist erniedrigt. Zur Diagnose eignet sich daher der sogenannte Aldosteron-Renin-Quotient. In schwierigen Fällen lässt sich das Conn-Syndrom mit einer Katheteruntersuchung der Nebennierenvenen nachweisen.

Ursachen des Conn-Syndroms

Ursachen für das Conn-Syndrom sind zum Beispiel

  • gut- oder bösartige, hormonproduzierende Tumoren
  • Vergrößerung der Nebennieren
Bestätigt sich der Verdacht auf das Conn-Syndrom, sollten die Nebennieren per CT oder MRT auf Veränderungen untersucht werden.

Conn-Syndrom behandeln

Liegt ein Tumor vor, muss die betroffene Nebenniere entfernt werden. Ist das Conn-Syndrom durch andere Ursachen bedingt, kommen Medikamente zum Einsatz, zum Beispiel sogenannte Aldosteronantagonisten wie Spironolacton.

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