Stand: 22.12.2015 12:53 Uhr  - Visite  | Archiv

Blutdruck: Extremer Anstieg ist gefährlich

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Patienten mit Bluthochdruck sollten Entspannungsverfahren wie Biofeedback, Atementspannung oder Yoga erlernen.

Dass der Blutdruck bei Aufregung wie bei Anstrengung steigt, ist eine ganz normale Funktion unseres Körpers. Sie sorgt dafür, dass der in solchen Situationen erhöhte Sauerstoffbedarf des Hirns und der Muskeln sichergestellt wird. Das Gehirn und das Herz reagieren allerdings sehr empfindlich, wenn der Blutdruck plötzlich in die Höhe schießt. Für die Blutgefäße bedeutet der Druckanstieg Stress.

Sehstörungen sind ein Alarmsignal für einen sogenannten Hypertensiven Notfall, einen kritischen Blutdruckanstieg, der Organe gefährdet. Auch starke Brustschmerzen, Atemnot, Benommenheit, Sprechstörungen, Lähmungen oder Übelkeit und Erbrechen deuten auf einen solchen Notfall hin. Im Gehirn kann unter dem hohen Druck eine Gefäßinnenwand aufreißen, wodurch an dieser Stelle ein Gerinnsel (Thrombus) entsteht und das Blutgefäß verstopft. Die Folge ist ein Schlaganfall. Auch der Herzmuskel reagiert empfindlich auf den schnellen Blutdruckanstieg, denn er benötigt dadurch immer mehr Sauerstoff. Bei kranken Herzen kann es dadurch zum Herzinfarkt kommen.

Beschwerden entscheidend, nicht Höhe des Blutdrucks

Bei der Frage, ob ein hypertensiver Notfall vorliegt, sind die Beschwerden entscheidend, nicht die gemessene Höhe des Blutdrucks. Deuten sie auf einen Notfall hin, sollte sofort der Notarzt über die Telefonnummer 112 alarmiert werden.

Treten dagegen lediglich Herzklopfen, ein Pochen in den Schläfen, rote Gesichtsfarbe, leichte Kopfschmerzen und Luftnot bei Belastung auf, sprechen Ärzte von einer hypertensiven Krise, die oft entsteht, wenn Hochdruckpatienten ihre Medikamente vergessen haben. Sie sollten dann sofort ihre Medikamente einnehmen, sich hinlegen und entspannen.

Entspannung wichtig

Um für solche Krisen besser gerüstet zu sein, sollten Patienten mit Bluthochdruck Entspannungsverfahren wie Biofeedback, autogenes Training, Atementspannung, Meditation oder Yoga erlernen. Wichtig ist es, nicht in Panik zu geraten, denn jede Panik verstärkt den Blutdruck noch weiter. Gegebenenfalls sollten Betroffene auch leichte Beruhigungsmedikamente einnehmen. Genügt das nicht, um die Blutdruckkrise zu beenden, helfen schnell wirksame Medikamente, die es als Kapsel, Spray oder Phiole gibt.

Wer trotz Therapie ständig oder immer wieder unter Bluthochdruckkrisen leidet, könnte von einer telemetrischen Überwachung profitieren. Dabei messen externe oder auch implantierte Geräte im Alltag immer wieder den Blutdruck und übermitteln die Werte an den behandelnden Arzt, der daraufhin die Therapie gezielt optimieren kann.

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Interviewpartner im Studio:

Dr. Johannes Wimmer
Arzt
Dr. Johannes GmbH & Co. KG
Winsbergring 38
22525 Hamburg
Internet: www.doktor-johannes.de

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