Sendedatum: 28.08.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Bindehautentzündung nicht unterschätzen

Rötungen, Jucken, Brennen oder verklebte Augen nach dem Aufwachen: Eine Bindehautentzündung ist unangenehm und in Deutschland der häufigste Grund für einen Augenarztbesuch.

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Dringt ein Erreger durch den Tränenfilm des Auges, reagiert die Bindehaut mit einer Entzündung.

Die Bindehaut ist eine Schleimhaut und sorgt dafür, dass das Auge beweglich bleibt. Sie benetzt das Auge mit einem Tränenfilm. Außerdem sind auf der Bindehaut viele Immunzellen, die Krankheitserreger unschädlich machen. Dringt ein Erreger durch den Tränenfilm, reagiert die Bindehaut mit einer Entzündung. Besonders häufig ist die bakterielle Bindehautentzündung. Hier geraten Bakterien zum Beispiel durch unsaubere Hände oder mit Kontaktlinsen in die Augen.

Wie kann Bindehautentzündung behandelt werden?

Viele Bindehautentzündungen heilen nach einigen Tagen von alleine wieder aus. Trotzdem sollte man mit allem, was über eine leichte Rötung der Augen hinausgeht, auf jeden Fall zum Arzt gehen. Nur er kann klären, ob die Erkrankung schwerwiegend ist oder nicht. In seltenen Fällen ist die Bindehautentzündung nämlich Symptom einer anderen Krankheit. So äußert sich beispielsweise der Grüne Star durch eine gerötete Bindehaut. Auch eine Infektion der Netzhaut oder eine Entzündung der Regenbogenhaut können hinter einer harmlos scheinenden Bindehautentzündung stecken. Auch eine rheumatische Erkrankung, eine Schilddrüsenfehlfunktion oder fehlende Tränenflüssigkeit können Auslöser für eine Bindehautentzündung sein.

Wie wird behandelt?

Bei einer bakteriellen Infektion empfiehlt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft zunächst Tränenersatzflüssigkeit und morgendliche Augenreinigung. Dafür tränkt man ein Wattepad in abgekochtem, lauwarmem Wasser und wischt die Lidränder vorsichtig von außen nach innen aus. Hilft das nicht, wird ein Antibiotikum verschrieben. Ganz wichtig: Der Patient muss das Antibiotikum lange genug nehmen - auch nach Abklingen der Beschwerden weitere 3 bis 4 Tage, denn es gibt immer noch ein paar Bakterien, die sich weitervermehren können und zudem resistent werden gegen das Antibiotikum.
Bei einer Allergie hilft meist ein Antiallergikum. Wie bei anderen Allergien auch, sollte der Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff vermieden werden.

Für die Therapie der viralen Bindehautentzündung gibt es eine antivirale Augensalbe und antivirale Tropfen. Allerdings müssen diese Medikamente früh eingesetzt werden. Haben sich die Viren erst vermehrt, ist die Behandlung schwierig. Die Krankheit kann sich dann über mehrere Wochen hinziehen.

Tränenersatzmittel für gereizte Augen

Ist das Auge durch zu viel Arbeit am Computer gereizt, sollte der Betroffene aktiv blinzeln und die Augen nicht reiben. Dadurch wird der Tränenfilm nur aufgeraut und durchlässig für Bakterien. Auch in diesem Fall können Tränenersatzmittel helfen, die der Patient ins Auge tropft.

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Visite | 28.08.2012 | 20:15 Uhr

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