Stand: 25.05.2020 09:16 Uhr

Bewegungstherapie bei Osteoporose

Knochenschwund beschleunigt sich durch Bewegungsmangel. Werden Knochen nicht beansprucht, werden sie abgebaut - es gilt das Prinzip "use it or lose it". Astronauten in der Schwerelosigkeit bewegen sich zwar, üben wegen der fehlenden Schwerkraft aber nicht viel Druck auf ihre Knochen aus. Die Folge: Der Körper baut bis zu zwei Prozent der Knochenmineralmasse pro Monat ab.

Wie Bewegung die Knochen festigt

Doch glücklicherweise funktioniert das Ganze auch andersherum: Durch starke Belastung wird der Knochen gestaucht - und dabei bekommen die Knochenzellen das Signal zum Knochenaufbau, um dieser ungewohnten Beanspruchung standhalten zu können. Ausdauer- und vor allem auch Kraftübungen - nah an der Belastungsgrenze, aber nicht darüber hinaus - üben Reize auf den Knochenstoffwechsel aus.

Bei der Bewegungstherapie gegen Osteoporose ist die Kombination aus Gewichtskraft, Muskelzug und Aktivität der Schlüssel zum Erfolg. Sie hat drei große Ziele:

1. Muskelaufbau, damit der gesamte Halteapparat stabiler wird
2. Knochenaufbau, damit der Knochen an sich selber stabiler wird
3. Sturzprophylaxe, damit keine Verletzung stattfindet.

Das optimale Training

  • Generell eher auf Kraft als auf Ausdauer setzen, lieber schwerere Gewichte benutzen als viele Wiederholungen machen
  • drei Mal die Woche angeleitetes Fitnesstraining im Studio mit ungefähr 70 bis 90 Prozent der Maximalkraft absolvieren
  • zusätzlich Einheiten auf der Vibrationsplatte trainieren, um den Muskeln durch kleine axiale Stöße einen zusätzlichen Reiz zu geben - ein solches Tiefenvibrationstraining aktiviert kleinen stbilisierenden Muskeln direkt an der Wirbelsäule (Musculi multifidi)
  • jeden Tag Übungen zu Hause machen, siehe Videos (Theraband, Gleichgewicht ...)

Wichtig zu wissen

Wichtig ist die mechanische Stoßbelastung, die den Knochenaufbau stimuliert. Vor Trainingsbeginn aber unbedingt einen Arzt aufsuchen, um keine Überlastung zu riskieren. Kraftübungen nur unter Anleitung trainieren.

Weitere Informationen
Ein Hüftknochen mit Einblick in poröses Gewebe © fotolia.com Foto: crevis

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Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 08.06.2020 | 21:00 Uhr

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