Stand: 12.08.2014 20:15 Uhr

Bei Rückenschmerzen zum Rheumatologen?

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Bei Verdacht auf ein Rheuma der Wirbelsäule machen die Ärzte ein MRT-Bild der Kreuz-Darmbein-Gelenke.

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben - zum Beispiel Muskelverspannungen, Bandscheibenvorfälle oder Hüftgelenksschäden. In einem von 20 Fällen kann hinter den Schmerzen auch eine Entzündung der Wirbelsäule stecken. Die sogenannte axiale Spondyloarthritis (SpA) ist eine rheumatisch-entzündliche Erkrankung.

Ein Anzeichen für diese Krankheit ist, dass die Rückenschmerzen länger als drei Monate anhalten. Die Schmerzen beginnen zudem schleichend - meistens vor dem 45. Lebensjahr - und treten oft nachts und in den frühen Morgenstunden auf. Zum Teil wachen Patienten sogar aufgrund der Rückenschmerzen auf und klagen über Morgensteifigkeit. Die Schmerzen bessern sich oft bei Bewegung, aber nicht bei Ruhe.

Krankengeschichte kann neue Hinweise geben

Weitere Hinweise auf eine mögliche Rheumaerkrankung kann eine Befragung über die eigene Krankengeschichte und Erkrankungen in der Familie liefern. Zum Beispiel können weitere Symptome auftreten: Gelenkschwellungen an den unteren Extremitäten, eine Regenbogenhautentzündung an den Augen, Fersenschmerzen, eine Schuppenflechte an der Haut (Psoriasis) oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Bluttest und MRT-Bild der Kreuz-Darmbein-Gelenke

Der Verdacht lässt sich durch einen Bluttest überprüfen: Erhöhte Entzündungszeichen sowie ein positiver Genmarker HLA-B27 deuten auf ein Rheuma. Doch auch bei einem negativen Ergebnis kann ein Rheumaleiden dahinterstecken - denn nicht bei jedem Betroffenen zeigen sich die klassischen Anzeichen. Deshalb machen Ärzte zusätzlich ein MRT, um gezielt die Kreuz-Darmbein-Gelenke zu untersuchen. Bei einem Rheuma der Wirbelsäule ist dort eine Entzündung zu sehen.

Bei der Krankheit gibt es eine tückische Variante - die sogenannte nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis. Diese Krankheit ist im frühen Stadium im Röntgenbild nicht zu erkennen, da bei den Betroffenen keine Wirbel verknöchert sind. Deshalb ist hier ein MRT nötig.

Bei dieser Autoimmunerkrankung ist das körpereigene Immunsystem fehlgesteuert: Die Abwehrzellen greifen die Gelenke an. Muskel und Sehnenansätze entzünden sich und schmerzen. Von hier aus breitet sich die Entzündung langsam in der ganzen Wirbelsäule aus. Im schlimmsten Fall kann das mit den Jahren zu einer Verknöcherung führen. Das schmerzt und schränkt die Bewegung ein. Für die Therapie verschreiben Ärzte Krankengymnastik und Antirheumatika.

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Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Jens Gert Kuipers
Chefarzt
Klinik für internistische Rheumatologie
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen GmbH
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen
Internet: www.roteskreuzkrankenhaus.de/kliniken/rheuma/intern

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Visite | 12.08.2014 | 20:15 Uhr

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