Stand: 01.08.2017 12:45 Uhr  | Archiv

Augen: Was hilft bei einer Lidrandentzündung?

von Thomas Samboll, NDR Info

Zahlreiche kleine Drüsen an unseren Augenlidern sorgen dafür, dass der Tränenfilm, der das Auge schützt, intakt bleibt. Sind diese Drüsen verstopft, wird das Auge trocken und fängt an zu brennen und zu jucken. Mediziner sprechen dann von einer Lidrandentzündung oder Blepharitis. In Deutschland ist schätzungsweise etwa jeder Zehnte davon betroffen.

Ähnliche Symptome wie bei einer Bindehautentzündung

Frau fasst sich mit schmerzverzerrten Gesicht an ein Auge. © fotolia Foto: Adam Gregor
Sind die Talgdrüsen der Augen verstopft, werden sie trocken, jucken und brennen.

Die Symptome sind ganz ähnlich wie bei einer akuten Bindehautentzündung, es gibt aber Unterschiede: "Die Bindehautentzündung ist eher akut, seltener beidseitig und das Auge ist meist eitrig verklebt", erklärt der Augenarzt Stefan Linke. "Der Patient kommt und sagt 'Ich habe seit drei, vier Tagen auf einmal ein rotes Auge'. Das ist untypisch bei der Lidrandentzündung, das geht über Monate und man kann nicht genau sagen, wann es angefangen hat."

Verstopfte Talg-Drüsen als Ursache

Eine Lidrandentzündung wird durch verstopfte Talgdrüsen an den Rändern von Ober- und Unterlid verursacht. Diese sogenannten Meibom-Drüsen produzieren ein fettiges Sekret. Fehlt dieses Fett, trocknet das Auge sehr schnell aus und der Betroffene spürt das typische Brennen und Jucken. Wie aber kommt es überhaupt zu einer Verstopfung der Talgdrüsen? "Oft ist das Veranlagung", erklärt die Augenärztin Nicole Stübiger. Es gibt aber auch Hauterkrankungen, wie etwa Rosazea oder Neurodermitis, die eine Lidrandentzündung begünstigen.

Lidränder täglich gründlich reinigen

Nahaufnahme eines Auges mit Q-Tip. © fotolia Foto: looking2thesky
Eine gründliche tägliche Reinigung der Augenkante sorgt dafür, dass die Talgdrüsen wieder frei werden.

Wie überall auf der Haut siedeln auch am Auge jede Menge Bakterien, die sich von Talg ernähren. Sind die Meibom-Drüsen verstopft, können sich die Bakterien stark vermehren und in seltenen Fällen schwere Augenerkrankungen, wie etwa eine Hornhautentzündung, hervorrufen. Deshalb müssen die Lidränder jeden Tag mindestens zweimal gründlich massiert und gereinigt werden. "Lidkantenpflege bedeutet, dass man den Fettabfluss aus den Drüsen verbessert, indem man feuchte und vor allen Dingen warme Wattetupfer oder einen feuchten Waschlappen auf die Augen legt. Dann schmilzt das Fett und die Hautschüppchen, die die Drüsen verstopfen, werden etwas weicher", erklärt Nicole Stübiger. "Dann nimmt man am besten ein Wattestäbchen, macht lauwarmes Wasser drauf und fährt die Lidkanten damit ab. So werden die Ausführungsgänge der Meibom-Drüsen geöffnet und das Fett kann besser abfließen.“

Zusätzlich bekommen Patienten gegebenenfalls ein Tränenersatzmittel, damit die Augen nicht austrocknen, und ein lokales Antibiotikum, falls es Anzeichen einer weitergehenden Entzündung gibt. Unterm Strich ist Blepharitis aber in der Regel weder gefährlich noch ansteckend.

Weitere Informationen
Animation eines Auges © NDR

Bindehautentzündung nicht unterschätzen

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 02.08.2017 | 09:20 Uhr

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