Sendedatum: 11.02.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Altershirndruck – die heilbare Demenz

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Ursache für Altershirndruck ist ein gestörter Kreislauf des Hirnwassers.

Vergesslichkeit, Gang- und Gleichgewichtsstörungen, schließlich Inkontinenz und Demenz: Die Symptome des sogenannten Altershirndrucks ähneln oft einer beginnenden Parkinson- oder Alzheimer-Krankheit. Die Erkrankung ist auch bei Ärzten noch relativ unbekannt und wird daher häufig übersehen. Dabei sind nach neuen Erkenntnissen bis zu fünf Prozent der über 65-Jährigen betroffen.

Viele Patienten werden mit der falschen Diagnose als unheilbar eingestuft und schließlich zu Pflegefällen. Experten schätzen, dass etwa jeder zehnte Bewohner in deutschen Alten- und Pflegeheimen unter der Erkrankung leidet, bei der sich die Hirnkammern stark erweitern und auf das umliegende Gewebe drücken.

Nachlassende Elastizität der Gefäße

Ursache dafür ist ein gestörter Kreislauf des Hirnwassers. Oft hängt es mit der im Alter nachlassenden Elastizität der Gefäße zusammen - wenn der Druck im Hirn steigt und nach und nach die Hirnkammern zerstört werden. Deuten Symptome wie Gangstörungen auf einen Altershirndruck hin, sorgt meist der Liquorablasstest für Klarheit: Dabei saugt der Arzt etwas Hirnwasser aus dem Rückenmarkkanal ab und senkt so den Druck im Gehirn. Verschwinden die Symptome in den Tagen darauf, steht die Diagnose fest.

Doch nicht immer ist das Ergebnis so eindeutig. In Zweifelsfällen raten Experten daher dennoch zur Operation. Um das Gehirn auf Dauer von dem angestauten Hirnwasser zu entlasten, setzen Neurochirurgen meist ein Ventilsystem in den Kopf ein, das sich bei Überdruck öffnet und das überschüssige Hirnwasser durch einen Schlauch in die Bauchhöhle leitet. Neuere Ventilsysteme ermöglichen dabei eine bessere Regulation des Abflusses und verhindern so, dass zu viel Hirnwasser abgeleitet wird.

Rechtzeitiger Eingriff wichtig

In wenigen Fällen genügt es sogar, mit einem winzigen Endoskop einen hauchdünnen Abflusskanal in den Boden der dritten Hirnkammer zu bohren. Vorteile der sogenannten Endoskopischen Ventrikulozisternostomie: Es gibt keinen Fremdkörper im Kopf und der neue Kanal wird durch das strömende Hirnwasser auf natürlichem Wege frei gehalten.

Ein rechtzeitiger Eingriff ist wichtig, um bleibende Schäden zu verhindern. Der Eingriff senkt den Hirndruck auf normale Werte, die Symptome wie Gangstörungen, Inkontinenz und auch beginnende Demenz bessern sich erheblich.

Interviewpartner im Beitrag und Studio:

Im Studio:
Prof. Dr. Uwe Kehler
Chefarzt
Abteilung für Neurochirurgie
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
Tel. (040) 18 18 81 16 70
Fax (040) 18 18 81 49 11

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Visite | 11.02.2014 | 20:15 Uhr

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