Stand: 09.10.2017 15:14 Uhr  - Visite  | Archiv

Abnehmen: Verhaltenstraining statt Diät

Bild vergrößern
Essen aus Frust ist häufig der Grund für Übergewicht.

Jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist übergewichtig. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen, dass an der Steuerung von Appetit und Essverhalten zahlreiche Hormone beteiligt sind, die direkt im Gehirn wirken. Die Signale kontrollieren den gesamten Stoffwechsel. Bei Menschen mit Übergewicht ist die Kontrollfunktion oft gestört: Selbst wenn dem Körper ausreichend Kalorien zur Verfügung stehen, gibt das Gehirn den Befehl zu essen. Um dauerhaft Gewicht zu reduzieren, muss diese Fehlsteuerung umprogrammiert werden.

Verhaltenstraining statt Diät

Langfristiges Verhaltenstraining kann dazu führen, dass sich die hormonellen Regelkreise im Gehirn wieder einpendeln. Die Nahrungsaufnahme sollte sich an der natürlichen Regulation im Gehirn orientieren. Doch das müssen Übergewichtige oft erst wieder lernen. Statt eine Diät zu machen, sollte man das Abnehmen ohne Druck wie ein Training angehen:

  • Regelmäßig essen, um Heißhunger zu vermeiden.

  • Kein Verbot bestimmter Lebensmittel, wenn man Appetit darauf hat.

  • Nicht aus emotionalen Gründen essen, zum Beispiel Stress oder Trauer.

  • Mit dem Essen aufhören, wenn man satt ist.

  • Langsam an kleinere Portionen gewöhnen, ohne nach dem Essen noch hungrig zu sein.

  • Das Gewicht langsam, aber kontinuierlich reduzieren.

  • Essen als etwas Positives wahrnehmen (statt: "Ich darf das eigentlich nicht").

  • Frustessen vermeiden, Lebensfreude und Selbstzufriedenheit erhöhen.

  • Regelmäßig ausreichend schlafen.

Tipps und Tricks: Weniger essen

Übergewicht entsteht häufig, weil erlernte Gewohnheiten dick machen, zum Beispiel den Teller stets leer zu essen. Experten empfehlen deshalb:

  • Essen auf kleinem Geschirr anrichten: So wirken kleine Portionen größer.

  • Teller zuerst mit Salat oder Gemüse füllen, die andere Hälfte mit Fisch, Fleisch und Kohlenhydraten wie Kartoffeln, Reis oder Nudeln.

  • Lebensmittel mit großem Volumen essen, also zum Beispiel mehr Paprika als Kartoffeln.

  • So lange wie möglich kauen und dabei das Besteck weglegen.

  • Bei Essen in Gesellschaft am langsamsten Esser orientieren. Das Sättigungsgefühl ist träge: Es setzt erst nach 15 bis 20 Minuten ein.

Weitere Informationen

Intervallfasten: Gesund abnehmen

Gesund abnehmen und das Gewicht halten - mit Intervallfasten ist das möglich. Doch Fasten zur falschen Tageszeit kann das Diabetes-Risiko erhöhen. Welche Mahlzeit sollte man weglassen? mehr

Bitterstoffe gegen den Heißhunger

Mit natürlichen Mitteln den Heißhunger bekämpfen: Bitterstoffe machen es möglich. Sie sorgen dafür, dass der Appetit schneller nachlässt. Außerdem klappt die Verdauung besser. mehr

Übergewicht: Das Bauchfett muss weg

Überschüssige Pfunde können Arthrose oder Herz-Kreislauf-Beschwerden verursachen. Doch kräftig gebaut ist nicht gleich krank: Entscheidend ist, wo das Fett sitzt. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 10.10.2017 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

02:24
Hamburg Journal
04:16
Hallo Niedersachsen
09:00
Mein Nachmittag