Stand: 02.04.2018 12:05 Uhr  | Archiv

Wenn Nervenzellen im Kleinhirn verrückt spielen

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Bei einer Episodischen Ataxie werden Arme und Beine plötzlich steif und die Betroffenen fallen um. (Themenfoto)

Aus heiterem Himmel werden Arme und Beine steif, die Betroffenen fallen um und können kaum sprechen - und nach kurzer Zeit ist der Spuk wieder vorbei. So ergeht es Menschen, die unter einer Episodischen Ataxie leiden: einem plötzlichen Zusammenbruch der Nervenzellen im Kleinhirn.

Störung im Kleinhirn

Normalerweise steuern die Zellen im Kleinhirn die Bewegungen des Körpers über elektrische Impulse. Dazu schießen geladene Kalziumteilchen durch winzige Kanäle in die Zellen, wo sie Signalmoleküle aktivieren. Diese geben den Reiz dann weiter an die Nachbarzelle. Und genau hier kommt es bei der erblich bedingten Ataxie zu Störungen. Die Kalzium-Kanäle brechen ohne ersichtlichen Grund regelrecht zusammen. Im Kleinhirn geht daraufhin für kurze Zeit nichts mehr: Die Gliedmaßen werden steif und die Kontrolle über den Körper geht verloren, es kommt zu Sprachstörungen.

Stress und Überlastung als Auslöser

Ausgelöst werden die Attacken durch emotionalen Stress oder körperliche Überlastung. Sie können selten auftreten, mit weniger als einer Attacke pro Monat, oder auch mehrmals pro Tag. Zwischen den Attacken können unwillkürliche Bewegungen (Myokymien) der Gesichts- und Handmuskulatur auftreten. Mit dem Medikament Acetazolamid, das die Kalzium-Kanäle stabilisiert, lässt sich die episodische Ataxie gut behandeln.

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