Stand: 28.11.2017 12:45 Uhr  - Visite  | Archiv

Wenn die Reizleitung im Herz gestört ist

Monitor im Krankenhaus © fotolia Foto: sudok1
Das Long-QT-Syndrom verursacht Herzrhythmusstörungen und Ohnmachtsanfälle. Im Extremfall kommt es zum Herzstillstand.

Das Long-QT-Syndrom umfasst eine Gruppe seltener, erblich bedingter Funktionsstörungen verschiedener Ionenkanäle in der Zellmembran der Herzmuskelzellen. Diese Störungen sind in der Herzstromkurve (Elektrokardiogramm, EKG) als verlängertes "QT-Intervall" zu erkennen. Die Betroffenen leiden oft bei körperlicher Belastung, zum Beispiel durch Sport, oder emotionalem Stress (Aufregung, Furcht, Zorn, Freude, Schreck, Wecker-Klingeln) unter sporadisch auftretenden Herzrhythmusstörungen oder Ohnmachtsanfällen (Synkopen), im Extremfall kommt es zum Herzstillstand. Durch einen Gendefekt ist die elektrische Reizleitung im Herz gestört, sodass die Herzmuskelzellen ungewöhnlich lange brauchen, um sich nach einem Herzschlag zu entspannen und für den nächsten Schlag bereit zu machen.

Gefahr des plötzlichen Herztodes

In dieser, normalerweise höchstens 480 Millisekunden dauernden Phase ist das Herz anfällig für spontane Extraschläge, die bösartige Rhythmusstörungen auslösen können. Im schlimmsten Fall bleibt das Herz stehen und der Patient verstirbt am plötzlichen Herztod. Behandelt wird das Long-QT-Syndrom mit Tabletten, sogenannten Betablockern, die gefährliche Rhythmusstörungen verhindern. Ein implantierbarer Defibrillator kann zusätzliche Sicherheit bringen. Er setzt das Herz durch einen Elektroschock wieder in Gang, wenn ein Anfall zu einem Herzstillstand führt.

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