Stand: 01.09.2020 20:45 Uhr

Bilharziose erkennen und behandeln

Eine von oben betrachtete Frau im roten Pullover, hält sich mit beiden Händen den Bauch. © fotolia.com Foto: animaflor
Bauchschmerzen und extreme Durchfälle können Symptom einer Bilharziose sein.

Die Bilharziose oder Schistosomiasis ist eine durch Parasitenlarven, sogenannte Zerkarien, im Süßwasser übertragene Infektionskrankheit. Die frei im Wasser schwimmenden Larven durchdringen die Haut von schwimmenden oder durchs Wasser watenden Menschen. Die Larven entwickeln sich in Schnecken aus Eiern, die diese über den Urin oder Fäkalien infizierter Menschen aufnehmen. Bilharziose ist vor allem in Afrika, Asien, Südamerika und im östlichen Mittelmeerraum verbreitet.

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Bilharziose verläuft chronisch

Die Krankheit verläuft chronisch. Erste Symptome treten etwa 30 bis 90 Tage nach der Infektion auf. Ausgewachsene Parasiten leben viele Jahre in den Venen eines Wirts, wo sie Eier produzieren und Organe schädigen. Welche Beschwerden auftreten, hängt von den betroffenen Organen und der Art der Egel ab. Einige greifen die Leber und den Darm an, sodass es zu Bauchschmerzen und heftigen Durchfällen kommen kann. Andere führen zu Blasenfunktionsstörungen. Es gibt auch Parasiten, die in Vögeln und anderen Tieren vorkommen, sich im Menschen aber nicht weiterentwickeln können. Ihre Larven können aber die menschliche Haut durchdringen und eine vorübergehende Entzündung, die sogenannte Badedermatitis, verursachen.

Eier im Urin oder im Stuhl

Die Diagnostik erfolgt durch einen Nachweis von Eiern im Urin und/oder im Stuhl oder durch eine sogenannte Immunserologie aus dem Blut. Behandelt wird eine Bilharziose mit Medikamenten wie Praziquantel, das auch für Wurmkuren eingesetzt wird.

Wer sich in einem betroffenen Gebiet vor einer Bilharziose schützen will, sollte den direkten Kontakt mit möglicherweise verunreinigtem Süßwasser meiden. Wenn es doch zu einem Kontakt gekommen ist, kann gründliches Abtrocknen der Haut das Eindringen von Zerkarien erschweren. Durch Filtrieren mit einem Papierfilter oder durch Zusatz von Jod oder Chlor kann man Wasser von Zerkarien befreien oder diese inaktivieren.

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Dr. rer. nat. Muhidien Soufi, wissenschaftlicher Mitarbeiter
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Universitätsklinikum Gießen - Marburg
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35043 Marburg
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