Stand: 01.03.2017 13:50 Uhr  | Archiv

Cannabis künftig auf Rezept

Ein Hoffnungsschimmer für chronisch oder schwer Erkrankte wie Krebs-, Aids-, Rheuma- und MS-Patienten: Voraussichtlich noch in diesem Monat dürfen Ärzte Cannabis auf Rezept verordnen. Die Kosten tragen dann die Krankenkassen. Zunächst hatte es geheißen, dass die neue gesetzliche Regelung bereits vom 1. März 2017 an gilt. Da das Gesetz aber noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht worden ist, verzögert sich die Umsetzung ein wenig.

Cannabis: Vielfältig medizinisch einsetzbar

Bisher wurde die Erlaubnis zum Erwerb von Cannabisprodukten nur äußerst selten erteilt und war zudem mit hohen Kosten für die Betroffenen verbunden. Durch ein neues Gesetz kann Schwerkranken Cannabis legal auf Rezept verschrieben werden. Es soll vor allen Dingen bei Patienten zum Einsatz kommen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Des Weiteren kann es bei ADHS sowie dem Tourettesyndrom verschrieben werden. Die appetitsteigernde Wirkung der Pflanze wird auch bei Krebs- und Aidspatienten genutzt und hilft gleichzeitig gegen Übelkeit, zum Beispiel bei einer Chemotherapie.

Eigenanbau bleibt verboten

Die Experten gehen davon aus, dass die Anzahl an Patienten, welche mit Cannabis behandelt werden, zwar steigen wird, es jedoch insgesamt gesehen Einzelfälle bleiben werden. Der Eigenanbau der Pflanzen durch Patienten bleibt weiterhin verboten. Eine staatliche Agentur soll den Cannabisanbau in Deutschland kontrollieren. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes wird Cannabis ganz normal als rezeptpflichtiges Arzneimittel in der Apotheke verfügbar sein.

Hintergrund
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Dieses Thema im Programm:

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