Stand: 06.03.2018 10:23 Uhr

Alpenveilchen: Schön für Haus und Garten

Bild vergrößern
Abwechslungsreich: Alpenveilchen gibt es in vielen Farben und auch in Miniatur-Format.

Lange Zeit galten sie als ein wenig altbacken und langweilig, doch Alpenveilchen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Viele Jahre waren vor allem rotblühende Sorten gefragt, inzwischen liegen eher verspielte Blumen im Trend: pastellfarbene, zweifarbige Blüten, gewellte Formen, geflammte Typen oder auch Blüten mit silbrigem Saum. Die anmutigen, reich blühenden Mini-Alpenveilchen sind besonders beliebt, da sie oftmals zart duften.

Wichtig zu wissen: Es gibt sowohl Alpenveilchen, die im Winter ausschließlich drinnen überleben (Cyclamen persicum) als auch Arten, die für den Garten geeignet sind (Cyclamen coum und Cyclamen hederifolium). Botanisch gehören Alpenveilchen zur Familie der Primelgewächse. Beim Kauf sollten die Pflanzen viele Blüten und Knospen vorweisen.

Zimmer-Alpenveilchen blühen bis in den April

Bild vergrößern
Richtig gepflegt blühen Alpenveilchen mehr als ein halbes Jahr lang.

Zimmer-Alpenveilchen blühen von September bis April. An einem hellen, nicht zu sonnigen Platz, der gern etwas luftig sein darf, fühlt sich die Pflanze wohl. Die kleine Knollenpflanze mag es kühl: Im Winter sollte die Temperatur 15 Grad nicht überschreiten. Das Alpenveilchen nur mäßig feucht halten und mit abgestandenem Wasser gießen. Am besten das Wasser in den Untersetzer gießen und diesen nach einer halben Stunde wieder leeren. Sonst kann es leicht zur Wurzelfäulnis kommen. Das wiederum erhöht dann die Anfälligkeit für Schädlinge wie Spinnmilben und Blattläuse.

Inzwischen gibt es moderne Sorten, die deutlich robuster sind und Wärme besser vertragen. Mit Glück blühen sie den ganzen Winter über. Am besten beim Kauf auf einen festen Wuchs achten. Weiche, überdüngte Pflanzen sind anfälliger und vertragen Zimmertemperaturen schlechter. Im März sollte die Wassermenge reduziert werden und die Pflanze an einem kühlen und schattigen Platz stehen. Die Belohnung: eine jahrelange reiche Blüte.

Pflegetipps für Zimmer-Alpenveilchen

  • Verschrumpelte Blüten und Blätter einfach entfernen: Dafür das dichte, herzförmige Blattwerk mit einer Hand herunterdrücken und den komplettem Stiel wie eine Schraube herausdrehen.
  • Gelbe Blätter entfernen. Das schafft Platz für neue Blüten und verhindert ein Verfaulen der verwelkten Pflanzenteile.
  • Sind zum Winterende alle Knospen verblüht, muss die Pflanze nicht auf den Kompost. Sie kann im Sommer nach draußen und unter einen Busch gepflanzt werden. Im Spätsommer kann die Pflanze zurück ins Haus.

Vorfrühlings-Alpenveilchen im Garten pflanzen

Bild vergrößern
Im Garten säen Alpenveilchen sich aus und können ihn in ein Blütenmeer verwandeln.

Im Garten können winterharte Sorten gepflanzt werden und die triste Jahreszeit verschönern. Zu bekommen sind die Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum) in ausgewählten Staudengärtnereien. Diese ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Variante des Alpenveilchens sieht dem normalen Alpenveilchen sehr ähnlich. Allerdings unterscheiden sie sich in der Größe. Das Vorfrühlings-Alpenveilchen ist insgesamt kleiner und zierlicher. Die Pflanze mit weißen, violetten oder karminroten Blüten wird nicht höher als knapp zehn Zentimeter. Die Laubblätter sind dunkelgrün-weiß gezeichnet. Da sich die Vorfrühlings-Alpenveilchen mit der Zeit selbst über Samen vermehren, entstehen nach und nach ganze Veilchenteppiche, die den Garten in ein Farbenmeer verwandeln können.

Die Pflanzen oder Knollen können auch im November gepflanzt werden. Bei mildem Herbstwetter blühen sie mit etwas Glück noch im Dezember. Wichtig ist beim Pflanzen, dass der Standort wasserdurchlässig ist. Denn Staunässe verträgt das Vorfrühlings-Alpenveilchen überhaupt nicht. Am liebsten stehen sie unter laubabwerfenden Gehölzen. Sie blühen etwa bis März, ziehen sich dann zurück und kommen rechtzeitig in der dunklen Jahreszeit wieder aus dem Boden. Wer mag kann zudem Herbst-Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium) pflanzen, sie blühen von August bis Oktober.

Alpenveilchen vermehren: Blüten selbst bestäuben

Ein pinkfarbenes Alpenveilchen. © Helge Masch Fotograf: Helge Masch

Der Garten im Dezember

NDR 90,3

Im Dezember blühen Weihnachtsstern, Alpenveilchen und Ritterstern um die Wette. NDR 90,3 Experte Helge Masch hat Hörerfragen beantwortet und verraten, wie man sie richtig pflegt.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Wer möchte, kann sein Alpenveilchen mit einem kleinen Experiment selbst vermehren. Hierzu den Daumennagel unter eine Blüte halten, die sich voll entfaltet hat. Mit einem Finger der anderen Hand leicht von oben auf den Blütenstiel klopfen. Die Pollen lösen sich und landen auf dem Daumennagel. In den Pollenhaufen eine andere Blüte tunken, die ebenfalls voll aufgeblüht ist. Nach wenigen Tagen verblüht die so bestäubte Blüte und der Fruchtknoten schwillt zu einer kleinen Kugel an. Gleichzeitig beginnt der Blütenstiel sich spiralförmig aufzudrehen und sich unter den Blättern zu verstecken. Später platzt die reife Frucht auf und die kleinen knubbeligen Saatkörner können geerntet werden. Diese in Blumenerde legen und mit einer 0,5 Zentimeter starken Schicht Erde abdecken. Dann das Gefäß dunkel und warm aufstellen, denn Alpenveilchen sind "Dunkelkeimer". Nach etwa vier bis sechs Wochen ist die Saat gekeimt. Bis zur Blüte vergehen mindestens 31 Wochen.

Weitere Informationen

Frühlingshafte Deko: Alpenveilchen im Glas

Das weckt Lust auf Frühling: Die Alpenveilchen werden im Glas mit Moos und Birkenholz arrangiert. Das sieht edel aus und ist schnell gemacht. mehr

Zimmerpflanzen im Winter richtig pflegen

Braune Blätter, faulige Wurzeln: Woran liegt es, wenn Zimmerpflanzen im Winter schlapp machen? Tipps für die optimale Pflege - vom richtigen Gießen bis zur Schädlingsvorbeugung. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 08.03.2018 | 16:20 Uhr

Mehr Ratgeber

03:20
Nordmagazin

Sommerstauden im Frühjahr richtig pflegen

19.04.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin
03:02
Hallo Niedersachsen

Wie groß ist die Gefahr durch Zecken?

19.04.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:22
Lust auf Norden

Ostfriesland mit Paddel und Pedal erkunden

20.04.2018 18:15 Uhr
Lust auf Norden