Stand: 02.08.2016 11:31 Uhr  | Archiv

Ein- und zweijährige Pflanzen kultivieren

von Helge Masch

Gartenpflanzen leben unterschiedlich lang. Während Stauden und Gehölze viele Jahre am selben Standort wachsen, ist die Lebensdauer der sogenannten einjährigen und zweijährigen Pflanzen - wie es der Name schon sagt - kürzer. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man diese Pflanzen ständig neu kaufen muss. Werden die Blütenstände mit reifem Saatgut nicht vorzeitig entfernt, können sich die Pflanzen immer wieder neu aussäen. Voraussetzung ist, dass genügend Platz im Beet vorhanden ist und die Sämlinge nicht aufgrund einer Verwechslung mit Unkraut entfernt werden.

Unterschiede zwischen ein- und zweijährigen Pflanzen

Einjährige Pflanzen werden in der Regel nicht mal ein Jahr alt. Nach der Blüte produzieren sie möglichst viel Saat, um die Art auch im nächsten Jahr zu erhalten. Man unterscheidet sommerannuelle und winterannuelle Pflanzen. Erstere keimen von April bis Mai, blühen im Sommer und bilden ihre Saat von Spätsommer bis Herbst aus. Die winterannuellen Pflanzen keimen im Juni und Juli, haben teilweise eine erste Blütezeit im Spätherbst (beispielsweise Stiefmütterchen) und blühen dann nach der Schneeschmelze im Frühjahr, um ihre Saat im Frühsommer zu verteilen.

Zweijährige Pflanzen keimen je nach Pflanze im Frühjahr oder im Herbst. Bis zum Winter wird in den meisten Fällen eine bodenständige Rosette ausgebildet, mit der die Pflanzen überwintern. Mit Beginn der zweiten Wachstumsperiode werden ein oder mehrere Stängel mit Blüten gebildet.

Einige Pflanzen benötigen Unterstützung

Sommerannuelle Pflanzen wie Sonnenblumen benötigen kaum Unterstützung durch einen Gärtner. Die Saat aus den reifen Blütenständen sollte aber man vor Vögeln in Sicherheit bringen. Zur Lagerung werden die Saatkörner etwa vier Wochen an der Luft getrocknet und dann im Kühlschrank in einer luftdichten Dose bis Ende April eingelagert. Winterannuelle Pflanzen wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht können im Spätsommer blühend im Fachhandel gekauft werden. Überwintern die Pflanzen im Freien, blühen sie jedoch deutlich später als die in den Gärtnereien frostfrei kultivierten Pflanzen, die im März in den Handel kommen. Primeln und Tausendschönchen (Bellis) sind Stauden, die mit den Winterannuellen zusammen im Frühjahr angeboten werden.

Zweijährige Pflanzen wie Fingerhut und Stockrose benötigen - wie die Sommeranuellen - kaum Hilfe. Wie bereits beschrieben, kann Saat geerntet werden, um die Pflanzen gezielt an einem anderen Platz im Garten zu positionieren. Dies kann aber auch durch vorsichtiges Umpflanzen der einjährigen Rosetten im zeitigen Herbst erfolgen. In einigen Jahren ist es durchaus sinnvoll, die ausgeblühten Blütenstände zu dezimieren, um der Flut der nachwachsenden Pflanzen Herr zu werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 03.08.2016 | 20:00 Uhr

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